Münchner Zeitensprünge
2000
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17. Februar 1670
Frankreich und Baiern schließen ein geheimes Bündnis

Paris - München * Zwischen Frankreich und Baiern wird ein auf zehn Jahre befristeter geheimer Bündnisvertrag geschlossen. Kurfürst Ferdinand Maria verpflichtet sich darin, das französische Königshaus in seinen Ansprüchen auf das Spanische Erbe zu unterstützen. Dafür zahlt Frankreich unter König Ludwig XIV. 180.000 Taler und stellt jährlich 400.000 Taler in Aussicht, falls sich Baiern an Kriegshandlungen beteiligen sollte.

Ferdinand Maria gelingt es - trotz des Vertrags und gegen den Wunsch seiner Gemahlin Henriette Adelaide - im Holländischen Krieg von 1672 neutral zu bleiben. Der Vertrag beinhaltet auch die spätere Heirat der damals neunjährigen Baiern-Prinzessin Maria Anna Christina mit dem ein Jahr jüngeren französischen Kronprinzen Ludwig, Dauphin de Viennois. 

28. Januar 1680
Prokuravermählung der baierischen Prinzessin Maria Anna Christina

München-Graggenau * Prokuravermählung der baierischen Prinzessin Maria Anna Christina mit dem französischen Thronfolger Ludwig, Dauphin de Viennois, im Herkules-Saal der Residenz. Begleitet von ihrem Bruder Max Emanuel, als Vertreter des französischen Kronprinzen Louis, betritt die Prinzessin den festlich geschmückten Saal.  

Nach der Vermählung ertönt das Te Deum, während draußen 50 Böllerschüsse abgefeuert werden. Danach erhellt ein prächtiges Brillantfeuerwerk den nächtlichen Himmel über München. Glanzvolle Opernaufführungen und Hofbälle begleiten dieses kurbaierische Freudenfest. 

10. Januar 1803
Das Religionsedikt bringt die Gleichberechtigung

München-Kreuzviertel * Das Religionsedikt bringt die Gleichberechtigung von Katholiken, Lutheraner und Reformierten. Aus Anlass der Aufnahme fränkischer und schwäbischer Gebiete in den immer größer werdenden baierischen Staat kommt es zu nachstehenden Bestimmungen: 

Bei künftiger Besetzung der Staatsämter werden Wir nur auf die Würdigsten, ohne Unterschied der im deutschen Reiche eingeführten drei christlichen Religionen [gemeint sind die Katholiken, Lutheraner und Reformierten] den landesväterlichen Bedacht nehmen. Keinem unserer Untertanen, von welcher Konfession er sei, soll je etwas zugemutet werden dürfen, welches seiner Religions- oder Gewissensfreiheit entgegen wäre." 

Doch der Mann, der die positive Entwicklung der evangelischen Kirche in Bayern bremsen wird, steht in der Person des Kronprinzen Ludwig I. schon bereit.

6. September 1805
Die österreichische Armee belagert Schloss Nymphenburg

Schloss Nymphenburg * Einhundert österreichische Husaren und Dragoner umzingeln - unter der Leitung des kaiserlichen Feldmarschalls Carl Philipp Fürst zu Schwarzenberg - Schloss Nymphenburg. Sie nötigen den sich dort aufhaltenden Kurfürsten Max IV. Joseph „ultimativ“ zum Eintritt in die antifranzösische Koalition. Zur Unterstreichung seiner Forderung lässt der Feldmarschall das Schloss umstellen und von München abriegeln, worüber die baierische Bevölkerung entsetzt ist.

Offensichtlich will der Kurfürst, der den Vertrag von Bogenhausen noch nicht unterschrieben hat, schon dem österreichischen Drängen nachgeben, als Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas ernsthaft mit seinem Rücktritt vom Amt des Außenministers droht. Dem Kurfürsten und seinem leitenden Minister gelingt es immerhin, die Verhandlungen mit dem österreichischen Bevollmächtigten zu verzögern und die Österreicher über die baierischen Absichten bis zum 9. September im Unklaren zu lassen. 

Unter dem Vorwand, den gerade in Frankreich weilenden Kronprinzen Ludwig nicht zu gefährden, erzielt Max IV. Joseph einen Zeitaufschub. Bis dahin hat die kurfürstliche Familie die Haupt- und Residenzstadt München heimlich in Richtung Würzburg verlassen. Auch die baierische Armee war inzwischen in Franken und in der Oberpfalz zusammengezogen worden. 

24. September 1805
Kronprinz Ludwig I. beschwört seinen Vater

Bern * Kronprinz Ludwig I. hat die Taktik von Kurfürst Max IV. Joseph und seinem Minister Montgelas noch nicht durchschaut. Aus Bern schreibt er beschwörend an seinen Vater, er möge „unter keinen Umständen mit den Franzosen gehen. [...] Glauben Sie nicht, dass ich ein Österreicher bin, aber ich bin deutsch und bin ein Feind des Unrechts“.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum der Kurfürst das Unterzeichnungsdatum für den Bogenhausener Vertrag so weit nach vorne gelegt hat, dass das Schreiben des Kurprinzen als erst nach der Vertragsunterzeichnung eingetroffen angesehen werden konnte. 

1. Januar 1806
Baiern wird extrem emotionslos zum Königreich erhoben

Königreich Baiern - München-Graggenau * Das Kurfürstentum Baiern wird von Napoleon Bonaparte zum Königreich erhoben. Aus Kurfürst Max IV. Joseph wird König Max I. Joseph. Die Rangerhöhung Baierns wird extrem emotionslos vollzogen. Der nur wenige Minuten dauernde Akt der Königserhebung findet um 10 Uhr, in den Appartements der Kurfürstin Karoline in der Münchner Residenz statt.

Obwohl Napoleon Bonaparte am Abend des Vortages in München eingetroffen ist, nimmt er nicht an der Zeremonie teil. Auch der leitende Minister Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas ist aus uns nicht bekannten Gründen abwesend.

  • Anwesend sind neben dem König und dem Kronprinzen Ludwig
  • der Minister für geistliche Angelegenheiten, Heinrich Theodor Graf Topor Morawitzky,
  • der Justizminister Johann Friedrich Freiherr von Hertling und
  • Abbé Pierre de Salabert.

Dazu kommen die Chefs der Königlichen Hofämter,

  • der Obersthofmeister Clemens Anton Graf von Toerring-Seefeld,
  • der Oberstkämmerer Maximilian Emanuel Freiherr von Rechberg und Rothenlöwen,
  • der Oberstmarschall Ludwig Joseph Freiherr von Gohren und schließlich
  • der Oberststallmeister Carl Ludwig Freiherr von Kesling.

Dieser Männerrunde erklärt Max Joseph, er habe sich „durch die vielen Beweise von Treue und Anhänglichkeit der Baiern an ihren Fürsten und Vaterland bewogen befunden, Baierns Unabhängigkeit zu begründen, indem Allerhöchst Sie in dem gegenwärtigen Zeitpunkt, wo es durch die Vorsehung Gottes dahin gediehen, dass das Ansehen und die Würde des Herrschers in Baiern seinen alten Glanz und vorige Höhe zur Wohlfahrt des Volkes und zum Flore des Landes wieder erreicht, den dem Regenten Baierns angestammten Titel eines Königs von Baiern anzunehmen und öffentlich proklamieren zu lassen“.

Er fügt noch hinzu, dass künftig alle direkten Abkömmlinge den Titel Königliche Hoheit führen werden. Daraufhin bringen die Anwesenden ihre Glückwünsche und Huldigungen zum Ausdruck. 

1. Januar 1806
Straßenbenennungen nach der Rangerhöhung

München * Die Erhebung Baierns zum Königreich ist alleine schon Grund genug, weshalb München nun einen Königsplatz, eine Königsstraße, eine Königinstraße und sogar einen Platz und eine Straße für den Kronprinzen Ludwig I. braucht. 

1807
Die Idee für eine Ruhmeshalle

München * Die Ruhmeshalle-Idee geht auf den Hofgartenintendant Friedrich Ludwig von Sckell zurück, als er dem Kronprinzen Ludwig [I.] den Vorschlag macht, ein baierisches „Pantheon“ [= tempelähnliche Gedächtnis- und Begräbnisstätte nationaler Persönlichkeiten] auf einem Hügel im Englischen Garten als nationale Ruhmeshalle zu errichten. 

3. April 1807
Mandat zur Neuorganisation des Bürgermilitärs

München * Das „Mandat über die Uniformierung und Organisation des bürgerlichen Militärs in den Städten, Flecken und Märkten des Königreichs“ wird erlassen. Es bildet eine allgemein verbindliche Rechtsgrundlage für den Wach- und Sicherheitsdienst des Bürgermilitärs, denn bisher hatten die Bürger diese Aufgabe ja freiwillig erfüllt. 

Wichtigster Punkt für den Staat ist die neue allgemeine Musterungspflicht aller Bürger zum Bürgermilitär. Untaugliche müssen eine Wehrersatzgebühr bezahlen. Als Gegenleistung gesteht der Staat den Offiziers- und Unteroffizierskorps der einzelnen Waffengattungen des Bürgermilitärs ihre Ergänzung und Beförderung zu höheren Chargen zu.

  • Über die Aufgabe des Bürgermilitärs sagt das Mandat folgendes: „[...] Nie kehrt der Bürger seine Waffen gegen den äusseren Feind. 
  • Seine Bestimmung bleibt ausschliessend, den friedlichen, rechtlichen Einwohner zu beschützen, und die Wirkungen des Gesetzes gegen polizeiliche Vergehungen und das Verbrechen zu unterstützen. 
  • Er übernimmt demnach bei dem Abzuge der Feldregimenter aus den Garnisonen den Dienst daselbst, besorgt denselben in jenen Städten, wo keine gewöhnliche Garnison liegt, für beständig, um durch auszusendende Sicherheits-Patrouillen die Umgebungen vor allem, der öffentlichen Ruhe und Sicherheit gefährlichen Gesindel rein zu halten.“

Das unmittelbare Kommando über das lokale Bürgermilitär hat der jeweils ranghöchste beziehungsweise rangälteste Bürgeroffizier. Dieser untersteht wiederum in einer Garnisonsstadt der militärischen Stadtkommandantschaft, ansonsten dem zivilen Landrichter oder Polizeidirektor.

Der Vorschlag für ein Pferderennen aus Anlass der Kronprinzenhochzeit (1810) kommt aus den Reihen der Königlich-Baierischen Nationalgarde III. Klasse. Diese entwickelte sich aus dem Städtischen Wehrwesen. 

Dieses Münchner Bürgermilitär gehört nicht im eigentlichen Sinne zur Münchner Garnison. Die traditionelle Abgrenzung von Armee und Bürgertum beziehungsweise von Garnison und Bürgerwehr bleibt bis weit ins 19. Jahrhundert bestehen.

1809
Ein Verzeichnis aller großen Baiern erstellen

München * Kronprinz Ludwig [I.] beauftragt den Historiker Lorenz Westenrieder, ein Verzeichnis aller großen Baiern aus allen Ständen und allen Berufen anfertigen zu lassen. Eine Auswahl soll in der Ruhmeshalle geehrt werden. 

1809
Die freiwillige Bürgerwehr wird in die Nationalgarde eingegliedert

München * Durch eine Neuorganisation des Militärs wird die bisher freiwillige Bürgerwehr nach französischem Vorbild in die dreigliedrige Nationalgarde eingegliedert.

  • Die Nationalgarde I. Klasse bildet das Stehende Heer,
  • die II. Klasse wird zur Landesverteidigung innerhalb des Königreichs verpflichtet.
  • Die Nationalgarde III. Klasse ist die ehemalige Bürgerwehr. Sie untersteht jetzt den staatlichen Behörden für polizeiliche Aufgaben.

Seit dem Spätmittelalter hatte die Bürgerwehr in zunehmenden Maße repräsentative Funktionen bei festlichen Anlässen der Städte und des Fürstenhauses wahrgenommen. Die vornehmsten Aufgaben - Ehrengeleit und Ehrenwache für höchste Herrschaften blieb der Bürger-Kavallerie vorbehalten. Eine Kavallerie-Division gibt es - neben dem Invanterie-Regiment und der Artillerie-Kompanie - auch in München.

Sie wird unter ihrem Major Andreas von Dall‘Armi das Pferderennen aus Anlass der Hochzeit von Kronprinz Ludwig I. und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen austragen.

Eine „Schicki-Micki-Armee“.

24. Oktober 1809
Die baierischen Truppen ziehen in Innsbruck ein

Innsbruck * Die baierischen Truppen ziehen in Innsbruck ein. Der Bergisel ist nur notdürftig besetzt. Viele der besten Anführer und Kompanien der Tiroler wollen nicht mehr kämpfen. Die Baiern hätten die Tiroler Stellungen einfach überrennen können, doch Kronprinz Ludwig I. will ein unnötiges Blutvergießen vermeiden. Stattdessen soll eine Truppenparade die baierische Macht demonstrieren und jeden weiteren Widerstand als sinnlos erscheinen lassen.

28. Oktober 1809
Im Frieden von Schönbrunn wird Tirols Baiern überlassen

Tirol * Erzherzog Johann unterrichtet im Auftrag seines kaiserlichen Bruders die Tiroler Freunde über den Frieden von Schönbrunn und der Überlassung Tirols an Baiern. Der Tiroler Oberkommandant Andreas Hofer will daraufhin nach Innsbruck fahren und mit dem baierischen Kronprinzen Ludwig I. verhandeln. 

Da erscheint der Kapuzinermönch Joachim Haspinger, genannt „Pater Rotbart“, der Hofer - mit seiner Redekunst, aber auch mit Lügen - umstimmen will. Und der der Geistlichkeit hörige Andreas Hofer lässt sich umstimmen. Erzherzog Johann informiert auch den Südtiroler Josef Giovanelli über den Frieden von Schönbrunn. Daraufhin machen sich viele Aufständische auf den Nachhauseweg.

20. Dezember 1809
Kronprinz Ludwig entscheidet sich für Therese

Hildburghausen * Kronprinz Ludwig I. trifft in der kleinen Residenzstadt Hildburghausen ein. Er befürchtet nicht unbegründet, dass ihn Napoleon Bonaparte mit einer ihm genehmen Frau verheiraten will. Das will der junge Baier verhindern, weshalb sich selbst auf Freiersfüßen begibt und eine Ehefrau sucht. 

Er muss sich entscheiden zwischen der großen, schlanken, 17-jährigen Therese und der eineinhalb Jahre jüngeren, aber „zweifellos hübscheren“ Luise. Er entscheidet sich für Therese.

19. Februar 1810
Andreas Hofer wird zum Tode verurteilt

Mantua * Trotz Bitten der Stadtbevölkerung von Mantua und der Interventionen des Vizekönigs Eugéne Beauharnais sowie des baierischen Kronprinzen Ludwig I. wird Andreas Hofer auf persönliche Weisung Napoléon Bonapartes von einem französischem Kriegsgericht zum Tode verurteilt.

6. Oktober 1810
Prinzessin Therese betritt in Bamberg baierischen Boden

Hildburghausen - Bamberg * Prinzessin Therese von Sachsen Hildburghausen macht sich gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Schwester Louise auf den Weg in Richtung München, wo sie den baierischen Kronprinzen Ludwig I. heiraten wird. Ihre erste Station auf bayerischem Boden ist Bamberg. Dort wird sie von Herzog Wilhelm in Bayern begrüßt. 

10. Oktober 1810
Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen trifft in Freising ein

Landshut - Freising * Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen reist mit ihren Eltern und ihrer Schwester Louise von Landshut aus weiter nach Freising. Kronprinz Ludwig I. - und später sein Vater König Max I. Joseph - reisen den sechsstündigen Weg von München nach Freising inkognito zu einem kurzen Besuch und begrüßen die Teilnehmer des Hochzeitszugs. 

12. Oktober 1810
Kronprinz Ludwig I. heiratet Therese von Sachsen-Hildburghausen

München-Graggenau * Am Abend findet in der Hofkapelle der Residenz die kirchliche Trauung von Kronprinz Ludwig von Baiern und Therese Charlotte Luise, Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen statt. „Den erhabenen Moment der Trauung verkündeten das Geläute aller Glocken und der Donner der Kanonen. [...] Auf dem Hauptplatz ertönten Musikchöre und fernhin klingende Trompeten erschallten von der Gallerie des Petersthurmes.“ 

13. Oktober 1810
Neugierige wollen die Braut des Kronprinzen sehen

München * Am Morgen macht das Militär und die Beamtenschaft ihre Aufwartung. Die bayerische Haupt- und Residenzstadt ist festlich geschmückt; den Straßenrand säumen jubelnde, neugierige Menschen, die einfach sehen wollen, wie sich die Braut des Kronprinzen denn so geben würde. 

13. Oktober 1810
Zahnweh in der Hochzeitsnacht

München * Die Kronprinzessin ist durch die Aufregungen der letzten Tage erschöpft und will den Ball frühestmöglich verlassen. Das liegt aber nicht nur an den anstrengenden Festivitäten, sondern vor allem an ihren seit Tagen anhaltenden Zahnschmerzen, die ihr schon die Hochzeitsnacht verleidet hatten.

Therese verlässt den Hofball sehr zeitig. Ludwig begleitet seine Frau in die Residenz, kehrt aber alleine noch einmal zu den Tanzenden zurück. Seinem Tagebuch vertraut der Bayernprinz am Morgen danach seine entlarvenden und berechnenden Gedanken an, indem er schreibt: „Mir machte es wenig Vergnügen, aber ich tat es, um meine Freiheit zu zeigen und damit meine Frau nicht glaube, ich müsse, weil sie es getan, wegbleiben. […] So tue ich schon jetzt so viel möglich, bei Nacht schlafe ich in meinem Zimmer, nur zu Besuch zu meiner Frau kommend. […]  Man muß sich gleich anfangs auf den Thron setzen, wie man ihn für die Folge will. So schicke ich mich in den Ehestand, fühle mich nicht unglücklich“.

Und seiner Lieblingsschwester Charlotte bekennt Ludwig: „Ausgezeichnet ist Therese durch ihr Herz, durch Vernunft, Schönheit, keine bessere Frau würde ich mir wünschen, aber leidenschaftslos verehelichte ich mich, es mag vorteilhafter sein für die Zukunft.“

Vertraute Kreise sehen die Zukunft der Ehe weniger rosig und trauen ihr - ganz im Gegenteil - nur sehr wenig Bestand zu. 

14. Oktober 1810
Kronprinz Ludwig wird Generalgouverneur des Inn- und Salzachkreises

München - Salzburg * König Max I. Joseph ernennt Kronprinz Ludwig I. zum Generalgouverneur des Inn- und Salzachkreises mit Sitz in Innsbruck. Er wird mit seiner Frau Therese im Schloss Mirabell in Salzburg wohnen.

Die Ernennung soll nicht zuletzt dazu dienen, den Kronprinzen mit den Verwaltungsgeschäften vertraut zu machen. Außerdem will ihn sein Vater in Distanz zur Regierungszentrale in München halten, um Auseinandersetzungen zwischen dem Kronprinzen und dem Außen-, Innen- und Finanzminister Maximilian Joseph Freiherr von Montgelas, die sich beide nicht sonderlich mochten, zu vermeiden.

Der Super-Minister hat eine Menge Arbeit mit der Reorganisation des neuen Staates, um tiefgreifende Reformen und um die Schaffung eines einheitlichen Beamten- und Verwaltungsstaates. Gegen seine Aufgabe ist die Deutsche Wiedervereinigung ein Kinderspiel.

Eine wichtige Voraussetzung für die zentralistisch geführte Verwaltung war die Vereinheitlichung der Maße und Gewichte. So gibt es alleine 93 verschiedene Flüssigkeitseinheiten, die anno 1809 durch die Einführung der baierischen Maaß ersetzt werden. Das Baierische Maaß fasst 1.069 Kubikzentimeter und wird Mass ausgesprochen.

17. Oktober 1810
Das erste Oktoberfest beginnt mit einem Pferderennen

München * An diesem Mittwoch, es ist ein milder Herbstag mit hellblauem Himmel, wird nochmals eine breite Bevölkerungsschicht in die Feierlichkeiten um die Kronprinzenhochzeit einbezogen, nachdem die zuvor abgehaltenen Opernaufführungen und Bälle nur einem kleinen ausgesuchten Kreis geladener Gäste vorbehalten waren.

Diese Festveranstaltungen wurden vom Staat ausgerichtet und finanziert. Doch angesichts von Kriegszeiten und leeren Staatskassen hält sich der sonst bei Fürstenhochzeiten übliche Glanz und Glamour in Grenzen. Und da im Jahr 1808 die städtische Selbstverwaltung abgeschafft worden ist, verfügt München über kein Vermögen, aus dem sie einen eigenen Beitrag zu den Feierlichkeiten hätte leisten können.

Dankbar überlässt man deshalb die Ausrichtung der Feier der gehobenen Bürgerschaft, die dazu in der Lage ist und die die eigentliche Volksbelustigung, ein als Huldigung gedachtes Pferderennen, das in der Tradition des Scharlachrennens steht, durchführen kann.

Es ist der Kavallerie-Major der Nationalgarde 3. Klasse, der Bankier Andreas Michael Edler von Dall’Armi, der im Namen der Nationalgarde, also des Bürgermilitärs, ein Schreiben an den König richtet, in dem er bittet, eine solche Veranstaltung ausrichten zu dürfen. Das Pferderennen soll den Abschluss, aber zugleich auch den Höhepunkt der Feierlichkeiten um die Kronprinzenhochzeit bilden. 

17. Oktober 1810
Kinder in Landestracht überbringen die Huldigungsgrüße des Volkes

München-Theresienwiese * Nachdem die königliche Familie endlich eingetroffen ist und im Königspavillon Platz genommen hat, gratuliert eine Gruppe von „Kindern im Nationalkostüme“ dem Kronprinzenpaar. Die Kinder, allesamt Töchter und Söhne von Angehörigen der k.b. Kavallerie Division, überbringen in verschiedenen Landestrachten gekleidet, stellvertretend für die baierische Nation, der Königsfamilie die Huldigungsgrüße des Volkes. 

29. Januar 1814
Die Schlacht bei Brienne-le-Château sur Aube

Brienne-le-Château * Bei Brienne-le-Château sur Aube kämpft die Große Armee - mit Beteiligung Baierischer Truppen unter dem Befehl von General Carl Philipp Joseph von Wrede - gegen die Napoléonischen Streitkräfte. Die Schlacht endet mit einem Sieg Frankreichs unter Napoléon Bonaparte gegen die Russen, Preußen und Baiern unter Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher.

Der Name des Schlachtortes findet sich seit 1826 in der Brienner Straße wieder. Diese hieß zuvor Königsstraße beziehungsweise ab dem Königsplatz Kronprinzenstraße und ist aus dem ehemaligen Fürstenweg nach Nymphenburg entstanden.

4. Februar 1814
Kronprinz Ludwig I. lässt ein Preisausschreiben veröffentlichen

München * Kronprinz Ludwig I. lässt ein Preisausschreiben zum Bau für ein Antikengebäude für Plastiken, der Glyptothek, sowie eine Ruhmeshalle für große Deutsche, die Walhalla, und für ein Invalidenhaus veröffentlichen. Der Einsendschluss für den Wettbewerb ist auf den 1. Januar 1815 festgelegt. 

9. März 1815
Kronprinz Ludwigs liberale Verfassungsvorstellungen

München * Kronprinz Ludwig I. gibt in einer von seinem Vater Max I. Joseph angeforderten Stellungnahme zum Verfassungsentwurf eine sehr detaillierte und bemerkenswerte Denkschrift ab, in der der liberal auftretende Ludwig

  • für eine Beschneidung der Kronrechte und
  • für eine Volksrepräsentation mit weitreichenden Kompetenzen plädiert.  
  • In der Konzeption der Gewissens- und Pressefreiheit geht der Kronprinz sogar weit über den Entwurf der Kommission hinaus. 
1. Februar 1817
Kronprinz Ludwig fordert die Absetzung Montgelas

München * König Max I. Joseph kehrt von einem fast achtwöchigen Wien-Aufenthalt zurück. Er erhält von seinem Marschall Carl Philipp Fürst von Wrede anstatt des üblichen Rapports über das, was sich in der Abwesenheit des Königs zugetragen hat, einen Brief des Kronprinzen Ludwig überreicht. 

In diesem fordert der „deutschtümelnde“ Prinz die Absetzung des Ministers Maximilian Joseph von Montgelas, weil dieser „alles Vertrauen im In- und Auslande“ verloren habe und der „täglich größer werdende Zerfall der Finanzen“ immer offensichtlicher werde. Aus Sicht Ludwigs, der Montgelas als den „eigentlichen Beherrscher Baierns“ empfindet, muss ein neuer Geist in die Ministerien einziehen. „Männer seines Systems“ dürfen nie wieder Minister werden. 

Marschall Carl Philipp von Wrede hat die Aufgabe den König zu dieser Entscheidung zu überreden und ihn von der unabweislichen Amtsenthebung Montgelas zu überzeugen. 

2. Februar 1817
Graf Maximilian Joseph von Montgelas erhält seine Entlassungsurkunde

München-Kreuzviertel * Mit den Worten: „Sonntag um elf Uhr werde ich mich bei Ihnen einfinden; adieu mon cher Montgelas. Ich hoffe, Sie in besserer Gesundheit anzutreffen, als ich Sie verlassen habe“, hat der baierische Herrscher sein Kommen für den 2. Februar 1817 angekündigt. Doch statt dem König fährt ein Bote mit der Entlassungsurkunde in der Tasche in das Palais am Promenadeplatz. 

Der abgesetzte Minister erhält nicht einmal die Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Das Kündigungsschreiben ist so formuliert, als hätte der Graf selbst aus gesundheitlichen Gründen gebeten, „ihn der ganzen Last der ihm bisher anvertrauten Staatsämter zu entheben“. Graf Maximilan Joseph von Montgelas schweigt nach der Überreichung des Schreibens erst einmal eine Viertelstunde und äußert sich dann nur über die - aus seiner Sicht - viel zu niedrige Höhe der Pension. 30.000 Gulden erhält der Neurentner, statt der 36.000 Gulden, die er als aktiver Minister erhalten hat.

Das ist also der Dank des Hauses Wittelsbach für den Mann, der ihnen in jahrzehntelanger Arbeit das Land vergrößerte, einen modernen Staat geschaffen und die Königskrone errungen hatte. Doch für Kronprinz Ludwig ist der Minister, der Baiern geformt, reformiert und modernisiert hat, einfach zu „unteutsch“.

In dieser Zeit kursieren zudem Schmähschriften, in denen Montgelas unterstellt wird, er sei nur ein „halber Baier“ und gehöre der alles unterjochenden französischen Nation an. Als Ernestine von Montgelas nach der Entlassung ihres Mannes als Minister die Gruppierung der Verschwörer an der Hoftafel beschimpft, erhält sie lebenslanges Hofverbot.

Kein Wunder, dass der ansonsten denkmalgeile König Ludwig I. dem Architekten des modernen Baiern kein Bronzestandbild setzen lässt, wohl aber seinem Mitverschwörer Fürst Carl Philipp von Wrede. Danach bewirkt eine deutsch-national gestimmte bayerische Geschichtsschreibung, dass Montgelas bei den Bayern in keinem guten Andenken bleibt.

Nach der Entlassung des Grafen Maximilian Joseph von Montgelas werden die Ministerien neu aufgeteilt. Das Portefeuille des Äußeren erhält Alois Graf von Rechberg, das des Inneren Friedrich Graf von Thürheim und das der Finanzen Maximilian Freiherr von Lerchenfeld.

12. Februar 1817
Der Kampf ums Augustiner Christkindl

München-Kreuzviertel * Mitglieder der Marianischen Männerkongregation bitten Kronprinzen Ludwig I. in einem Brief, ihnen „den ehemaligen Gnadenschatz der hiesigen Augustinerkirche, nämlich das im Wachs wirklich schön und künstlich bousirte Jesukind“ zu überlassen. Als Entscheidungshilfe fügen sie hinzu, dass die Kongregation, sollte ihre Bitte Gehör finden, „dem hiesigen Armen-Fonde die baare Summe von Eintausend Gulden als Geschenk überreichen“ werde.

Gegen diese berechnende Wohltätigkeit der finanzkräftigen Marien­verehrer können die sechs ehemaligen Elisabethinerinnen, in deren Besitz  sich das Augustiner Christkindl befindet, nichts entgegensetzen. Obwohl sie in Bittschriften an König Max I. Joseph verbissen um das Kindl kämpfen, stehen sie bei diesem Angebot auf verlorenem Posten. 

um 17. April 1817
Über die Verlegung der Residenz nachgedacht

München-Graggenau * Nach der Brandstiftung am 16. April überlegt König Max I. Joseph die Verlegung der Residenz in eine andere Stadt. An seinen Sohn, Kronprinz Ludwig I., schreibt er: „Die Köpfe fangen an, sich zu erhitzen und unruhig zu werden, die anonymischen Briefe sind häufig.“ 

31. August 1819
Der österreichische Staatskanzler gegen die bayerische Verfassung

Karlsbad * Der österreichische Staatskanzler Clemens Menzel Fürst von Metternich will in den Karlsbader Verhandlungen vom 6. bis 31. August 1819 nicht nur

  • die Souveränität des Königreichs Baiern, sondern auch
  • die liberalen Errungenschaften der Baierischen Verfassung ernsthaft bedrohen.  

Es ist hauptsächlich Kronprinz Ludwig, der mit vehementem Einsatz die Errungenschaften verteidigen und bewahren kann - auch gegenüber seinem Vater. 

11. Februar 1820
Carl von Fischer stirbt im Alter von 37 Jahren

München * Der Architekt des Kgl. Hof- und Nationaltheaters, Carl von Fischer, stirbt im Alter von 37 Jahren. Kurz vor seinem Tod wird der Architekt - mit Duldung des Kronprinzen Ludwig I. - von Leo von Klenze verdrängt. 

30. Mai 1820
Vorschlag: Ein Brunnenmonument auf dem Max-Joseph-Platz

München-Graggenau * Die künstlerische Konzeption des Max-Joseph-Denkmals liegt von Anfang an bei Kronprinz Ludwig I. und Leo von Klenze, der ein Brunnenmonument auf dem Max-Joseph-Platz vorschlägt. Das steht wiederum in einem engen Zusammenhang mit einem groß angelegten Wasserleitungs- und Brunnenprogramm, das für die Stadt eingerichtet werden soll und ihr Vorbild in dem napoleonischen Brunnenprogramm für Paris hat.

16. Juni 1820
Kronprinz Ludwig: Wie viele Erzarbeiten habe ich nicht vor!

München * Kronprinz Ludwig I. schreibt an den Architekten Leo von Klenze: „Wie viele Erzarbeiten habe ich nicht vor!“  Und weiter: das geplante Denkmal für seinen Vater „möge das beste seyn, u. das wirksamste Mittel die Errichtung der Erzgießerei zu befördern.“

1. Oktober 1820
Eine Ballonfahrt zum zehnjährigen Bestehen des Oktoberfestes

München-Theresienwiese * Zum zehnjährigen Hochzeitsjubiläum von Kronprinz Ludwig I. und Prinzessin Therese und damit zehnjährigen Bestehen des Oktoberfestes lässt man sich eine besondere Attraktion einfallen: eine Ballonfahrt. Die in einem altbaierischen Dirndl gekleidete und aus Dresden stammende Wilhelmine Reichard steigt mit ihrem aus gezwirnter Leinwand bestehenden Ballon in den Himmel. In der Nähe von Zornedig landet sie wohlbehalten.

um Oktober 1823
Ein erster Denkmalentwurf für das Max-Joseph-Denkmal entsteht

München-Graggenau * Ein großer Schritt in der Planung des Max-Joseph-Denkmals geschieht auf der Italienreise des Kronprinzen Ludwig mit Leo von Klenze vom Oktober 1823 bis Anfang des Jahres 1824. In Zusammenarbeit mit dem in Rom wohnenden Bildhauer Martin von Wagner, dem Kunsteinkäufer Ludwigs, der auch die berühmte Äginetengruppe für die Glyptothek erwerben konnte, entstand ein Denkmalentwurf. Er zeigt den König im Krönungsornat auf dem Löwenthron mit der zum Friedensgruß erhobenen rechten Hand.

„Als Grund für die sitzende Stellung führte ich an“, schreibt Leo von Klenze später, „daß der König als Nicht-Feldherr doch am besten in der Stellung dargestellt werden möchte, welche die Alten ihren Obergöttern und namentlich dem Zeus gaben“ und dass diese ruhige Haltung „dem Begriffe der gesetzlichen, sich ihrer Macht und Würde bewußten Herrschaft“ entspricht.

Doch König Max Joseph spricht sich prinzipiell gegen eine sitzende Stellung aus, und zwar in der ihm eigenen, sehr drastischen Ausdrucksweise: Er will nicht „auf dem Cacatojo sitzend“ dargestellt werden. Daraufhin macht Leo von Klenze einen neuen Entwurf, der den König stehend mit vier liegenden Löwen zeigt und die Zustimmung Max Josephs, schließlich auch des Kronprinzen und der Denkmalkommission findet.

1824
Ein Gebäude auf der Höhe der Theresienwiese

München-Ludwigsvorstadt * Noch vor seiner Thronbesteigung schreibt  Kronprinz Ludwig [I.] an Leo von Klenze: „Vielleicht auf der Höhe der Theresienwiese wird künftig ein Gebäude aufgeführt werden, ich dachte bereits welches.“ Klenze bemerkt dazu: „Ich habe keine Ahnung, was es sein mag.“ Angedacht ist die Ruhmeshalle. 

7. September 1824
König Max I. Joseph genehmigt die Neubefestigung Münchens

München * König Max I. Joseph genehmigt die Neubefestigung Münchens, das nach den Vorstellungen von Kronprinz Ludwig I. und Leo von Klenze mit Wall und Graben eingefasst werden soll. Klenze ist der Auffassung, dass sich München „nie über den Platz hinaus wo die Glyptothek steht, erstrecken kann“. Lediglich das Siegestor im Norden und die Propyläen im Westen werden realisiert.

27. September 1825
In der Erzgießerei wird ein Relief gegossen

München-Maxvorstadt * Leo von Klenze kann dem immer ungeduldiger werdenden Kronprinzen melden: „Noch in dieser Woche wird das erste Stück, ein Basorelief, in der Erzgießerei gegoßen werden und ich hoffe, dass dann die Arbeit nicht mehr ausgehen wird“.

Bei diesem Relief handelt es sich um eine Grabplatte für die zwei Indianerkinder Juri und Mirhana, die die Naturforscher Johann Baptist von Spix und Karl Friedrich Philipp von Martius aus Brasilien mitbrachten, und die jeweils im Alter von 14 Jahren im Jahr 1822 kurz hintereinander starben.

März 1826
Straßen nach siegreichen Schlachten gegen Napoleon umbenannt

München * König Ludwig I. lässt Straßen in München nach siegreichen Schlachten gegen Napoleon umbenennen. 

  • Aus der Karolinenstraße bzw. Wilhelminenstraße wird die Barer Straße,
  • aus der Ludwigstraße die Arcisstraße, die die heutige Katharina-von-Bora-Straße mit einschließt, die vor 1826 den Namen Amalienstraße trägt.
  • Die Königsstraße, die ab dem Königsplatz Kronprinzenstraße heißt und aus dem ehemaligen Fürstenweg nach Nymphenburg entstanden sind, wird zur Brienner Straße.

Diese Straßennamen erinnern an die in Frankreich gelegenen Orte Brienne-La-Rothiére, Arcis sur Aube sowie Bar sur Aube, bei denen das V. Armeekorps unter General Carl Philipp Wrede im Februar und März 1814 siegreich aus den Napoleonischen Befreiungskriegen hervorging.

1832
Kronprinz Max II. und das Maximilianeum

München-Haidhausen * Die Wurzeln für das Maximilianeum gehen auf den damals 21-jährigen Kronprinzen Max II. zurück, der ab diesem Jahr die Idee einer „Akropole zur Hebung des monarchischen nationalen Volksgeistes“ verfolgt. Er beabsichtigt, „auf der Isaranhöhe einen großen Nationalbau, einen Park, eventuell sogar einen neuen Stadtteil anzulegen”. Das bedeutet aber noch nicht den Standort des heutigen Maximilianeums. 

1832
Der Anstoß für die 1.664 Meter lange Maximilianstraße

München * Der 21-jährige bayerische Kronprinz Max II.

  • hat die Idee einer Akropole zur „Hebung des monarchischen nationalen Volksgeistes“
  • und beabsichtigt, „auf der Isaranhöhe einen großen Nationalbau, einen Park, eventuell sogar einen neuen Stadtteil anzulegen”.

Das ist der Anstoß für die 1.664 Meter lange Maximilianstraße.

1839
Der Standort des Maximilianeums wird konkret

München-Haidhausen * Der Standort des Maximilianeums wird ins Auge gefasst, nachdem Kronprinz Max II. ab dem Jahr 1839 mit dem Gedanken einer vom Max-Joseph-Platz ausgehenden und zur „Akropole“ führenden Prachtstraße spielt. Welchem Zweck und welcher Nutzung der Bau einmal zugeführt werden soll, nimmt in seinen Überlegungen noch keinen Platz ein. 

1840
Die Planung für das Maximilianeum nimmt konkrete Form an

München-Haidhausen * Die Planungen für den damals noch „Akropole" genannten Nationalbau auf dem Isarhochufer nehmen konkrete Formen an. Vorgesehen ist ein Erziehungsinstitut für angehende Staatsbeamte, das unter der Bezeichnung „Athenäum" entstehen soll. Beschrieben wird es als ein großer Kultur- und Sportcampus mit Kirchen, Sälen, einem Schwimmbad und insgesamt 23 Gebäuden.

Als geistiger Initiator des Projekts gilt Friedrich Thiersch. Kronprinz Max II. beauftragt ihn daraufhin mit der Ausarbeitung eines Lehrplans sowie eines Raumprogramms für die geplante Einrichtung. Thierschs Konzept sieht eine Kirche im Zentrum der Anlage vor. Auch die Bezeichnung „Athenäum" geht auf ihn zurück, angelehnt an die Schule für junge Griechen, die er zwischen 1815 und 1818 in München geleitet hat. Ebenso stammt die heute gebräuchliche Bezeichnung „Maximilianeum" von 

5. Oktober 1842
Prinzessin Marie Friederike von Preußen wird per procuram getraut

Berlin * Prinzessin Marie Friederike von Preußen wird in Abwesenheit ihres Bräutigams [per procuram] nach den Vorschriften der evangelischen Kirche getraut. Prinz Wilhelm, der spätere König Wilhelm I. von Preußen und Deutscher Kaiser vertritt den Bräutigam Kronprinz Max II. von Bayern. 

16. Oktober 1842
Ein Festzug mit Brautpaaren bewegt sich auf die Theresienwiese

München - München-Theresienwiese * An diesem Sonntag versammeln sich 35 Brautpaare, die aus den acht Regierungsbezirken des Königreichs Bayern stammen, samt ihren Eltern oder deren Stellvertreter, mit den Trauzeugen und der sonst an jedem Ort üblichen Begleitung eines Brautzuges. Sie werden in der katholischen Michaelskirche beziehungsweise der evangelischen Matthäus-Kirche verehelicht. 

Nach einem gemeinsamen Mittagsmahl im Saal des Alten Rathauses bewegt sich der etwa 400 Personen umfassende und in den unterschiedlichen Trachten gekleidete „Hochzeiter“-Zug zur Theresienwiese, in die die 24 katholischen und elf protestantischen Brautpaaren in bayerischer Tracht einbezogen werden. 

Das Kronprinzenpaar eröffnet das Oktoberfest. Danach wohnen die Brautpaare gemeinsam mit der Herrscherfamilie dem Hauptpferderennen und der Preisverleihung des Landwirtschaftsfestes bei. 

25. August 1845
Ludwig II. wird in Schloss Nymphenburg geboren

Schloss Nymphenburg * Kronprinz Ludwig (II.) wird am Geburts- und Namenstag seines Großvaters, des Bayernkönigs Ludwig I., um 0:30 Uhr in Schloss Nymphenburg geboren. Sein Vater, Max II., ist zu diesem Zeitpunkt Kronprinz, seine Mutter Marie eine geborene Prinzessin von Preußen.

August 1846
Kronprinz Max II. in der „Galeries Historiques“ in Versailles

Paris * Kronprinz Max II. lernt während seines Paris-Aufenthalts die „Galeries Historiques“ in Versailles kennen. Der Bürgerkönig Louis Philippe lässt es sich nicht nehmen, den bayerischen Thronfolger vier Stunden lang persönlich durch das zur historischen Galerie umgestaltete Residenzschloss Ludwigs XIV. zu führen und ihm die in einem Bilderzyklus dargestellte französische Geschichte vorzustellen. Der Bayernprinz ist davon stark begeistert. 

20. März 1848
Die Hoffnungen und Ängste des neu ernannten Königs Max II.

München * Nach 23-jähriger Regierungszeit dankt Ludwig I. ab und überträgt das Herrscheramt an seinen Sohn Max II..Sein Enkel Ludwig (II.) wird dadurch Kronprinz.

Auch wenn sich Max II. nach Außen hin als Musterbild eines bürgernahen, konstitutionellen Staatsoberhauptes darstellt so plagt ihn zeitlebens die Furcht, dass ihm von seinem Volk ein ähnliches oder gar schlimmeres Schicksal bereitet werden könnte, wie seinem abgedankten Vater Ludwig I..

Die revolutionären Begleitumstände, die König Max II. auf den Thron verhalfen und seinen Vater vom selben stießen, haben den neuernannten Bayernherrscher geradezu traumatisch geprägt. Er fühlt sich, nachdem auch das Militär auf die Verfassung vereidigt worden ist, „schutzlos der Demokratie preisgegeben“. Doch nachdem sich die revolutionäre Situation wieder beruhigt hat, kann König Max II. seine politischen Visionen endlich in die Tat umsetzen. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Förderung einer bayerisch-monarchischen Gesinnung. Greifbare Formen nehmen das „Athenäum-Projekt” und der Bau des Prachtboulevards an.

20. März 1848
Das Athenäum-Projekt nimmt greifbare Formen an

München-Haidhausen * Der Bayernregent Ludwig I. verzichtet - nach den revolutionären Ereignissen im Land - offiziell auf den Thron. Damit wird der Kronprinz als König Max II. inthronisiert. Das Athenäum-Projekt kann jetzt greifbare Formen annehmen. 

um Mai 1857
König Max II. lässt das östliche Isar-Steilufer in einen Park umgestalten

München-Haidhausen * König Max II. lässt - im Rahmen der Erbauung des Maximilianeums - das östliche Steilufer der Isar in einen Park umgestalten, um damit die Spazier- und Erholungszone des Englischen Gartens auf das neu eingemeindete rechte Flussufer übergreifen. Der 26-jährige Carl Effner wird mit der Realisierung der Maximilians-Anlagen nördlich des im Bau befindlichen Maximilianeums beauftragt.

Der König hatte schon während seiner Kronprinzenzeit ein umfangreiches Programm zur gärtnerischen Gestaltung seiner künftigen Residenzstadt München erstellen lassen. Nach dem Vorbild von Paris, London und Berlin sollten auch in München Alleen, begrünte Stadtplätze und kleine Parkanlagen das Stadtbild auflockern. Die Ortschaften Haidhausen und Bogenhausen sollten durch große Grünanlagen zu Villenkolonien zusammengefasst werden.

2. Februar 1861
Kronprinz Ludwig besucht die Wiener „Lohengrin“-Aufführung

Wien * Der 15-jährige bayerische Kronprinz Ludwig II. erlebt die Wiener „Lohengrin“-Aufführung. Damit wird der Grundstein für seine schwärmerische Begeisterung für Richard Wagner und dessen Musikwelt gelegt. Es heißt, dieser Abend sei Ludwigs wahrer Geburtstag gewesen. 

2. Februar 1861
Kronprinz Ludwig besucht die Münchner „Lohengrin“-Aufführung

München-Graggenau * Der 15-jährige bayerische Kronprinz Ludwig erlebt die Münchner „Lohengrin“-Aufführung. Damit wird der Grundstein für seine schwärmerische Begeisterung für Richard Wagner und dessen Musikwelt gelegt. Es heißt, dieser Abend sei Ludwigs „wahrer Geburtstag“ gewesen.

30. Juli 1870
Bayerns Soldaten: Schwerfällig und auffällige Beleibtheit

Pfalz * Der preußische Kronprinz Friedrich vertraut seinem Kriegstagebuch seine Eindrücke über die bayerischen Truppen an: „Das preußische Auge freilich muss man ablegen, weil hier eben alles anders ist als bei uns, auch Schwerfälligkeit und auffällige Beleibtheit bereits unter den jüngeren Altersklassen vorwalten.“ 

4. August 1914
Die bayerischen Truppen stehen unter dem Kommando des Kronprinzen

Frankreich - Westfront * Bei Kriegsausbruch stehen die bayerischen Truppen hauptsächlich in der „6. Armee“ unter dem Kommando des Kronprinzen Rupprecht von Bayern an der Westfront in Französisch-Lothringen. 

Nach ersten Erfolgen bleiben die deutschen Angriffe noch im Verlauf des Jahres 1914 stecken.

10. August 1914
Die bayerische Armee trifft auf den französischen Feind

Hattingen - Cirey-sur-Vezouze * „Mit donnerndem Hurra“ überschreitet das bayerische I. Infanterieregiment König - unter der Führung des bayerischen Kronprinzen Rupprecht - die deutsch-französische Grenze bei Hattingen. Dort trifft es bei Cirey-sur-Vezouze in Lothringen zum ersten Mal auf den französischen Feind. 

13. August 1914
Die Franzosen sollen in die Falle gelockt werden

Lothringen * Um die Franzosen - gemäß dem Schlieffen-Plan - zum Vorrücken zu animieren und damit in die Falle zu locken, ziehen sich die Bayern wieder zurück. Die Franzosen sollen über Lothringen ins Reichsgebiet vorrücken und dann von der 6. Armee unter Kronprinz Rupprecht und der 7. Armee unter der Führung von Generalstabschef Konrad Krafft von Dellmensingen in die Zange genommen und eingekesselt werden. 

Und weil in der Zwischenzeit, so der deutsche Feldzugsplan, die über Belgien nach Südosten geschwenkte deutsche Armee die Franzosen umfasst hätte, könnten die im Reichsgebiet befindlichen französischen Truppen nicht mehr mit weiterer Unterstützung rechnen und dadurch vernichtet werden. Voraussetzung wäre, dass die Armeen unter dem Kronprinzen und seinem Generalstabschef die Franzosen immer wieder in hinhaltende Gefechte verwickeln, aber letztlich nicht stoppen sollen. Nur der Durchbruch zum Rhein musste verhindert werden. 

19. August 1914
Kronprinz Rupprecht erteilt den Befehl zum Angriff

Lothringen - Westfront * Da die Franzosen nur zögerlich voranschreiten, entscheidet sich Kronprinz Rupprecht zum aktiven Eingriff in das Geschehen und erteilt den Befehl zum Angriff für den nächsten Tag. Der Vorstoß ist allerdings in den Planungen des preußischen Generalstabschef Helmuth von Moltkes nicht vorgesehen.

Mag sein, dass Kronprinz Rupprecht so reagiert, weil er die negative Stimmung seiner Truppen erkannte, die sich bei den noch kriegsbegeisterten bayerischen Soldaten durch die auferlegte Defensive ausbreitete. Mehr werden jedoch Eifersüchteleien und Rivalitäten eine maßgebliche Rolle gespielt haben. Denn Rupprecht, der Kronprinz von Bayern, und sein Generalstabschef Konrad Krafft von Dellmensingen wollen nicht diejenigen sein, die mit ihren Truppen immer weiter nach Deutschland zurückweichen, während der Kronprinz von Preußen mit seinen Einheiten nach Frankreich voran stürmt.

20. August 1914
Bayerische Soldaten stecken das Dorf Nomeny in Brand

Nomeny * Bayerische Soldaten stecken das Dorf Nomeny in Brand. Danach kommt es zu etlichen deutschen Gräueltaten in verschiedenen Orten. Manche Zivilisten haben das Glück, dass sie nur als Geisel mitgenommen und später wieder freigelassen werden. Unter der Führung von Kronprinz Rupprecht erringen zwei deutsche Armeen zwar einen Sieg, dennoch stecken die Truppen bald in ihren Stellungen fest. 

21. August 1914
Paul von Hindenburg wird Oberbefehlshaber der 8. Armee

Konstanz * Der 65-jährige Freiherr von Prittwitz wird durch den 66-jährigen und seit 1911 pensionierten Paul von Beneckendorff und Hindenburg ersetzt. Dabei geht es der Obersten Heeresleitung - OHL gar nicht um den kampferprobten Hindenburg, der bereits 1866 vor Königsgrätz kämpfte und 1870/71 am Deutsch-Französischen Krieg teilgenommen hat. Generalstabs-Chef Moltke bezweifelt sogar, dass Paul von Hindenburg über die erforderliche Tatkraft und Energie verfügen würde.  

Für Hindenburg spricht eigentlich nur, „dass man von seinem Phlegma absolute Untätigkeit erwartete, um Ludendorff freie Hand zu lassen“. Man will eigentlich Erich Ludendorff zum Befehlshaber in Ostpreußen machen. Doch ein Generalmajor bürgerlicher Abstammung konnte unmöglich zum Oberbefehlshaber der 8. Armee aufsteigen, wo doch die anderen Armeekommandos in den Händen von Adeligen, häufig sogar Herzögen und Kronprinzen lagen. Dennoch sollte der Bürgerliche hinter einem wenig antriebsvollen und alten Vorgesetzten die aktive Rolle des Armee-Kommandierenden übernehmen. 

um 23. August 1914
Kronprinz Rupprecht wird zunächst als bedeutender Feldherr gefeiert

München - Berlin * Gleich unmittelbar nach der Schlacht wird der bayerische Kronprinz Rupprecht als „bedeutender Feldherr“ gefeiert. Der „Sieger von Lothringen“ wird sowohl von seinem Vater, König Ludwig III., mit dem er in militärischen Fragen nur selten im Einklang steht, als auch von Kaiser Wilhelm II. mit den höchsten Auszeichnungen dekoriert. In zahlreichen Darstellungen auf Postkarten wird Rupprecht regelrecht zum Kriegshelden hochstilisiert.  

Doch nur wenige Wochen später, nachdem die Kampfhandlungen eine ungünstige Wendung genommen haben, spricht man in den Kreisen führender Militärs laut und deutlich hörbar Kritik an Rupprechts Vorgehen in Lothringen aus. Es heißt, sein persönliches Prestigebedürfnis habe ihn zur Offensive entgegen dem Schlieffen-Plan angetrieben. Dieses Verhalten wird Deutschland nun sehr teuer zu stehen kommen. 

4. September 1914
Das Selbstbewusstsein der bayerischen Truppen ist geknickt

Trouée de Charmes * Das Scheitern vor Trouée de Charmes hat das Selbstbewusstsein der bayerischen Truppen geknickt. Um so wichtiger wäre aus psychologischer Sicht jetzt die Eroberung von Nancy.  

Um 20:30 Uhr beginnen die Armeen auf Befehl des Kronprinzen Rupprecht mit dem Artilleriebeschuss von Vitrimont, Maixe und Friscati. Die Deutschen verfügen immerhin über 235 schwere Geschütze, darunter Mörser mit 21-, 30,5- und 42-Zentimeter-Granaten, dazu Fesselbalone und Flugzeuge. 

7. Dezember 1914
König Ludwig III. fordert Gebietszuwächse für Bayern

München * König Ludwig III. fordert in einem Brief an Kronprinz Rupprecht,

  • „dass Bayern eine wesentliche Gebietsvergrößerung erhält, nämlich Gebiete aus den bisherigen Reichslanden [= Elsass-Lothringen], aus Belgien und aus dem von Frankreich abzutretenden Territorium, je mehr je lieber.“
  • Belgien muss „in das Deutsche Reich einverleibt werden“, zumindest „als selbstständiger Staat zu bestehen aufhören“.

Kein deutscher Bundesfürst erhebt gegen diese Kriegsziele einen Einwand, wohl aber gegen eine einseitige Begünstigung Bayerns. 

4. Juli 1915
Titel ohne Mittel

Lille - München * In Hinblick auf die Ernennung seines Vaters, König Ludwig III., zum preußischen Generalfeldmarschall schreibt ihm Kronprinz Rupprecht aus seinem Kriegsstandort in Lille die Zeilen:

„Auszeichnungen sind billiger wie irgendwelche sachlichen Zugeständnisse und es dünkt mir, wie wenn an maßgebender Stelle ein immer schärferer unitaristischer [= Stärkung der Zentralmacht] oder vielmehr preußischer Wind wehe.“ 

13. Juli 1917
Kronprinz Rupprecht: Ludendorff soll politisch gebändigt werden

Lille - München * Kronprinz Rupprecht berichtet seinem Vater, König Ludwig III., es sei „wahrhaft unglaublich, wie es in Berlin zugeht - der Kanzler ist wohl unhaltbar. Ludendorff muss aber unbedingt auf sein militärisches Fach beschränkt werden und darf sich nicht in alle Fragen der inneren und äußeren Politik mengen“.

Er bittet seinen Vater zum Kaiser nach Berlin zu fahren, denn es steht „viel auf dem Spiel, um nicht zu sagen Alles!“.

Kronprinz Rupprecht fürchtet die Einführung des Parlamentarismus auf Reichsebene am meisten, da das das Ende der Einzelstaaten bedeuten würde. 

14. Juli 1917
Antimonarchische Stimmung durch Kaiser Wilhelm II.

Lille * Kronprinz Rupprecht bedauert in seinem Tagebuch die sich in weiten Teilen des Deutschen Reiches um sich greifende antimonarchische Stimmung. Die Schuld daran gibt er Kaiser Wilhelm II..

„Durch seine fortgesetzten Missgriffe und seine Untätigkeit ist der Kaiser um alles Ansehen gekommen und die Verstimmung geht so weit, dass manche monarchisch gesinnte und ernsthaft denkende Leute bezweifeln, ob die Dynastie der Hohenzollern den Krieg überdauern wird“

2. September 1917
Die Deutsche Vaterlandspartei - DVLP wird gegründet

Königsberg * Am Tag des Friedens bei Sedan wird die erzkonservative, nationalistische, völkische und antisemitische Deutsche Vaterlandspartei - DVLP von ultrarechten Kräften, darunter Großadmiral Alfred von Tirpitz und dem ostpreußischen Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp, gegründet.

Innenpolitisch kündigt die Vaterlandspartei den Burgfrieden von rechts auf. Sie plädiert für einen unterdrückenden und autoritären Kurs gegenüber der Arbeiterbewegung und greift auch bürgerliche Politiker heftig an, die sich – wie beispielsweise den Zentrumspolitiker Matthias Erzberger - für eine Reform des politischen Systems unter Einbeziehung der SPD aussprechen.

Die Parteiführung verfolgt den Plan, mit Hilfe eines „starken Mannes“ einen autoritären Staatsumbau einzuleiten und dabei den Reichstag und die Linksparteien auszuschalten. Im äußersten Fall sollte auch der „zu weiche Kaiser“ Wilhelm II. bei einer sich bietenden Gelegenheit für „regierungsunfähig“ erklärt und der weit rechts stehende Kronprinz von Preußen zum Regenten ernannt werden. 

Außenpolitisch tritt die Vaterlandspartei für einen deutschen Siegfrieden und ein umfassendes Programm direkter und indirekter Expansion ein.

Mit ihren Kampagnen gegen einen Verzichtfrieden - oder Judenfrieden genannten Verständigungsfrieden - und gegen Schlappheit und Verrat an der Heimatfront legt die Deutsche Vaterlandspartei - DVLP den Grundstein für den Nachkriegsdiskurs über die Novemberverbrecher und die Dolchstoß-Legende. 

28. April 1918
Die ausschließliche Vergrößerung Preußens muss vermieden werden

München * In einem Brief an seinen Sohn Kronprinz Ruppert schreibt König Ludwig III., dass eine „ausschließliche Vergrößerung Preußens als Folge des Krieges vermieden werden“ muss. „Bayern hat auf einen möglichst großen Landzuwachs Anspruch und zwar in der Art, dass Bayern in diesen Landesteilen allein zu gebieten hat.“ 

4. August 1918
König Ludwig III. rudert zurück

München * Obwohl König Ludwig III. noch wenige Tage zuvor (28. Juli) „Voller Zuversicht“ in die Zukunft geschaut hatte, gesteht er am 4. August seinem Sohn Kronprinz Ruppert, dass er bisher zu optimistisch gewesen sei.

Deshalb „werden wir unsere militärischen und politischen Ziele erheblich begrenzen müssen, wenn wir, was auch nach meiner Ansicht dringend anzustreben ist, in nicht zu ferner Zeit zu einem annehmbaren Frieden kommen wollen“

15. August 1918
Die bayerische Regierung spricht von der Beendigung des Krieges

München * Kronprinz Rupprecht berichtet in seinem Tagebuch von einer Besprechung mit Ministerpräsident Otto von Dandl und dem Kriegsminister Philipp von Hellingrath, in der diese die Überzeugung äußern, „dass es höchste Zeit ist, den Krieg zu beenden, um noch einen einigermaßen leidlichen Frieden zu erlangen“. Kronprinz Rupprecht unterstützte diese Auffassung. 

25. August 1918
Der Rückhalt im Volk für König Ludwig III. schwindet immer mehr

München * Kronprinz Rupprecht befindet sich zur Feier des königlichen Namenstages in München. Er schreibt in sein Tagebuch: 

„Die Verstimmung gegen meinen Vater macht sich durch die gegen sonst geringe Beflaggung der Häuser erkenntlich sowie die geringe Beteiligung an der abendlichen Serenade, bei der gewissermaßen demonstrativ nach dem Hoch auf meinen Vater auch ein Hoch auf mich ausgebracht wurde, was mir um so peinlicher war, als im Volke allgemein davon gesprochen wird, dass mein Vater nach dem Kriege zu meinen Gunsten abdanken müsse.“ 

27. August 1918
Max von Baden und seine programmatischen Vorstellungen

Karlsruhe - Lille * In einem privaten Brief an Kronprinz Rupprecht von Bayern legt Prinz Max von Baden sein politisches Motiv für eine eventuelle Kanzlerkandidatur offen. Er will die Demokratisierung des Reiches verhindern und fürchtet am meisten den Zentrumsabgeordneten Matthias Erzberger, der - unterstützt durch die Reichstagsmehrheit - dem Kanzler „neue Majoritätsfesseln“ anlegen möchte. Um dies zu verhindern will der Prinz die politische Mehrheit im Reichstag „wieder in ihre wohlverdiente Ohnmacht zurück treiben“

2. September 1918
Reichskanzler Georg Graf von Hertling soll abgelöst werden

Berlin * Die deutschen Bundesfürsten drängen auf der Sitzung des Auswärtigen Ausschusses im Bundesrat für die Ablösung des aus Bayern stammenden Reichskanzlers Georg Graf von Hertling. Auch der bayerische Kronprinz Rupprecht hält Hertling für zu alt und „so gut wie willenlos“. Außerdem fordern sie sofortige Waffenstillstands-Verhandlungen. 

15. September 1918
Prinz Max von Baden für eine autonome Staatspolitik

Karlsruhe - Lille * Prinz Max von Baden informiert Kronprinz Rupprecht, dass er für eine autonome Staatspolitik eintritt, deren Initiative mehr denn je dem freien Entschluss des Fürsten zufällt. Denn: „Wir stehen unmittelbar vor dem parlamentarischen Staatsstreich“

17. Oktober 1918
Drohungen und Drohbriefe an die königliche Familie

München * Prinzessin Wiltrud sieht der politischen Realität ganz bewusst ins Auge, als sie schreibt: „Die politische und militärische Lage ist seit einigen Wochen sehr beunruhigend für uns. […] Unsere Truppen sollen nicht mehr recht kämpfen mögen. Wenn der Geist von 1914 noch in ihnen wäre, würden sie dem Feind besser standhalten können. Die 18-jährigen halten eben viel weniger aus als die Männer von dazumal. […]

Man muss jetzt mit allem rechnen,

  • dass der Kaiser und der Kronprinz abdanken müssen,
  • dass vielleicht Papa und der Kaiser Karl abdanken müssen,
  • dass es Revolution gibt,
  • dass die gekrönten Häupter nur eine Rolle der Repräsentation spielen dürfen wie König Georg von England. […]  

Die Ungerechtigkeit wird diesmal wohl siegen. […] Deutschland wird sich demokratisieren, Österreich im besten Falle Staatenbund werden. […] Vielleicht ist die Demütigung Deutschlands zum Heil des Volkes, und wenn sich dies in dieser ernsten Zeit fängt, dann kann aus der Rückkehr zur Einfachheit viel Gutes entstehen.“

Vorausgegangen war eine erlebte Situation. Als sie mit ihrem Vater durch die Maximilianstraße fährt, schreit ein Arbeiter: „Dank ab!“. Eine neben ihm stehende Frau hält dem Rufer den Mund zu, um weitere Gefühlsausbrüche zu unterbinden. 

31. Oktober 1918
Die Stellung des Kaisers ist eine ganz unhaltbare geworden

Lille * Der bayerische Kronprinz Rupprecht legt seine Gedanken zur möglichen Abdankung des Kaisers in seinem Tagebuch nieder:

„So bedauerlich es hinsichtlich des monarchischen Ansehens ist, wenn ein Fürst zur Abdankung genötigt wird, scheint mir die Stellung des Kaisers eine ganz unhaltbare geworden zu sein, da er beim Volke jedes Vertrauen und Ansehen verloren hat und täglich heftigere Angriffe in der Presse - nicht bloß in der sozialistischen - gegen ihn erfolgen.“

Und an anderer Stelle: „Ich fürchte aber, es wird nur beraten und nicht gehandelt, indes die Gefahr der Revolution immer drohender empor wächst. Sogar in dem sonst so ruhigen Bayern gärt es bedenklich.“ 

1. November 1918
Kronprinz Rupprecht warnt vor der Gefahr einer Revolution

Lille * Kronprinz Rupprecht warnt aus seinem Standort Lille an der Westfront

  • vor dem außerordentlichen Ernst der Lage und
  • sieht ein Übergreifen der revolutionären Bewegungen, die in Norddeutschland sich vorbereiten, auch auf das Königreich Bayern.

Er bittet seinen Vater König Ludwig III. inständig: „Könntest Du nicht den Kaiser aufsuchen und ihn zu einem Beschlusse bewegen oder ihm doch wenigstens Deine Auffassung der Lange brieflich mitteilen“. Obwohl der greise König gegen die Abdankung des ungeliebten Kaisers keine Einwände erhebt, bleibt er dennoch passiv und untätig. 

2. November 1918
Ein bayerisches Abkommen über parlamentarische Reformen

München-Kreuzviertel * Unter dem Eindruck der revolutionären Unruhen im Deutschen Reich schließt die bayerische Regierung mit Delegierten der im Landtag vertretenen Parteien ein Abkommen über parlamentarische Reformen, in der wesentliche Forderungen der SPD erfüllt werden. Sie beinhaltet:

  • Die Einführung der Verhältniswahl zur Kammer der Abgeordneten.
  • Eine ergiebige Verstärkung der Kammer der Reichsräte durch Vertreter der Gemeinden, der Hochschulen und der wichtigsten Berufs- und Erwerbsstände.
  • Von den Prinzen des Königlichen Hauses gehören nur noch der Kronprinz und fünf weitere der Reichsrätekammer an.
  • Keine weitere Ernennung erblicher Reichsräte.
  • Ein Veto der Reichsrätekammer gegen ein Gesetz kann durch dreimalige Abstimmung der Abgeordnetenkammer überstimmt werden. 
  • Die Einjährige Finanzperiode.
  • Als Minister können nur Personen berufen werden, die das Vertrauen der Kammern des Landtags besitzen.
  • Ein Ministerium für Soziale Fürsorge wird neu gebildet und mit einem Sozialdemokraten besetzt.
  • Ferner sollen vier Abgeordnete als Minister ohne Portefeuille [= Ressort, Ministerium] berufen werden, einer davon aus den Reihen der sozialdemokratischen Fraktion.

Die notwendige Kabinettsumbildung ist für den 8. November angekündigt.

Die Verhältniswahl zur Abgeordnetenkammer ist eine alte sozialdemokratische Forderung und die Vereinbarungen über die Kammer der Reichsräte laufen auf eine Demokratisierung der Kammer der Adeligen und des hohen Klerus hinaus. Dadurch hätte die Bayerische Verfassung zugleich parlamentarisiert werden sollen. Auch die Vorschrift aus dem Wahlgesetz von 1896, wonach kein Abgeordneter zum Minister berufen werden darf, würde durch diese Gesetzesvorlage abgeschafft werden.

Über den Königlichen Erlass über die Parlamentarisierung Bayerns soll am 6. November 1918 die Abgeordnetenkammer abstimmen und sich am 8. November die Kammer der Reichsräte mit dieser Vorlage befassen. Doch dazu wird es nicht mehr kommen. Obwohl die sozialdemokratische Münchener Post die Vereinbarung als „Beginn der Demokratisierung Bayerns“ feiert, stehen viele Sozis dieser Demokratisierung von oben sehr skeptisch gegenüber. 

4. November 1918
Kaiser Wilhelm II. verweigert Kronprinz Rupprecht den Oberbefehl

Lille * Kaiser Wilhelm II. besucht die 4. Armee und lehnt einen Rücktritt und Amtsverzicht ab.

Die Bitte des bayerischen Kronprinzen Rupprecht, um Übertragung des Oberbefehls an der Tiroler Grenze, um Bayern vor dem Vordringen der Italiener zu schützen, lehnt der Kaiser ab. 

6. November 1918
Erhard Auer spricht zum Thema: Was wollen wir Sozialdemokraten?

München-Au * Im Franziskanerkeller spricht der SPD-Reichstagskandidat Erhard Auer zum Thema „Was wollen wir Sozialdemokraten“ und fordert

  • die Abdankung des Kaisers und des deutschen Kronprinzen,
  • die Ausschaltung aller reaktionären Elemente aus der politischen Verwaltung,
  • die Änderung des Mannschaftsbeschwerdegesetzes,
  • eine Arbeitslosenversicherung und
  • den Achtstundentag. 

Die Anwendung von Gewalt lehnt er ab.

7. November 1918
SPD-Forderungen an Reichskanzler Max von Baden

Berlin * Die SPD-Reichstagsfraktion und der SPD-Vorstand stellen eine Reihe von Forderungen an den Reichskanzler Max von Baden. Die Wichtigste beinhaltet

  • den Rücktritt des Deutschen Kaisers und
  • den Thronverzicht des Kronprinzen bis zum Mittag des nächsten Tages.

Bei Nichterfüllung der Forderungen will die SPD aus der Regierung austreten. 

8. November 1918
Die Flucht der königlichen Familie endet auf Schloss Wildenwart

Schloss Wildenwart * Um 4:30 Uhr früh kommt Ex-König Ludwig III. und Ex-Königin Marie Therese samt Ex-Prinzessin Helmtrud, Flügeladjutant Ludwig Graf von Holnstein und einen Kriminalwachtmeister auf Schloss Wildenwart an.

Die den dritten Wagen benutzende Baronin Elisabeth Keßling, der Baron Johann Bodmann und die Kammerfrau Franziska Scheidl sind schon gut eine Stunde zuvor eingetroffen.

Die Königsmadln Gundelinde, Wiltrud und Hildegard sowie Baron Oskar von Redwitz und er 13-jährige Ex-Erbprinz Albrecht, der Sohn vom Kronprinzen Rupprecht, aus dem verunglückten und feststeckenden Auto, marschierten bei Nacht und Nebel zum Schloss Maxlrain, wo sie um drei Uhr früh des 8. November ankommen. Mit einem Ersatzwagen erreichen auch sie gegen ein Uhr Mittag Schloss Wildenwart und sind wieder mit dem Rest der königlichen Familie vereint. 

10. November 1918
Kronprinz Rupprecht kämpft mit allen Mitteln um seine Krone

Lille - München-Kreuzviertel * Ex-Kronprinz Rupprecht legt in einem forschem Telegramm bei der bayerischen Regierung 

  • „Verwahrung ein gegen die politische Umwälzung, die ohne Mitwirkung der gesetzgebenden Gewalten und der Gesamtheit der bayerischen Staatsbürger in Heer und Heimat von einer Minderheit ins Werk gesetzt wurde. 
  • Das bayerische Volk und das seit Hunderten von Jahren mit ihm verbundene Fürstenhaus haben das Recht zu verlangen, dass über die Staatsform durch eine verfassungsgebende Nationalversammlung entschieden wird, die aus freien und allgemeinen Wahlen hervor geht.
  • Dass den heimkehrenden Soldaten die Möglichkeit eröffnet wird, ihre Stimme abzugeben, ist eine selbstverständliche Forderung.
  • Die bayerischen Soldaten werden dann im Einvernehmen mit den bayerischen Staatsbürgern in der Heimat zu entscheiden haben, wie sie sich zur Frage weiterer Zusammenarbeit mit ihrem Fürstenhause stellen wollen.“

Der Ministerrat des Volksstaates Bayern ignoriert diese papierene Ermahnung übrigens vollkommen zu Recht. Hier spielt der Monarch von Gottes Gnaden plötzlich den Vorbild-Demokraten.

Denn dass sich Rupprecht auf eine noch ausstehende Entscheidung der frei gewählten Vertretung des souveränen Volkes beruft, ist frech. Bis dahin hätte schließlich die Dynastie Wittelsbach nicht im Traum daran gedacht, die Staatsform zum Gegenstand der Entscheidung einer Volksvertretung zu machen. 

10. November 1918
Kronprinz Rupprecht ersucht um Asyl

Lille - Brüssel * Kronprinz Rupprecht legt seine Armee-Kommandos nieder und begibt sich nach Brüssel. Dort eilt er sich in die Spanische Botschaft und ersucht um Asyl. 

12. November 1918
Kronprinz Rupprecht flieht nach Amsterdam

Brüssel - Amsterdam * In der Nacht zum 13. November flieht Kronprinz Rupprecht mit dem Auto des spanischen Gesandten nach Amsterdam, wo er bei einem Schweizer Arzt für einige Wochen unterkommt. 

um 12. November 1918
Die königlichen Titel sind abgeschafft

München - Freistaat Bayern * In den Zeitungen ist nicht mehr die Rede von König und Kronprinz. Die ehemaligen Regenten heißen nunmehr Ludwig Wittelsbach und Rupprecht Wittelsbach. 

um 14. Dezember 1918
Keine Kandidaten für einen bayerischen König

München - Vatikan * Uditore Lorenzo Schioppa informiert Kardinalsstaatssekretär Pietro Gasparri, dass ihm zur Restauration des bayerischen Königtums die geeigneten Kandidaten fehlen:

  • Ex-König Ludwig III. war in eine annexonistische Kriegspolitik verstrickt,
  • Ex-Kronprinz Rupprecht kommt wegen seiner amourösen Galanterien mit belgischen Frauen an der Front nicht mehr in Frage.
  • Alleine der Ex-Prinz Franz käme noch in Betracht. 
11. Januar 1919
Ludwig Thoma zur Abdankung des bayerischen Königs

Tuften-Tegernsee - Berlin * Ludwig Thoma, der eigentlich stark konservative und königstreue bayerische Schriftsteller, schreibt seinem Freund Conrad Haussmann seine Einschätzung der revolutionären Tage und zur Abdankung König Ludwigs III.:

„Er [König Ludwig III.] verschwand, begleitet von verächtlichem Hohn, dem sich rein nichts an Mitleid, Achtung, Dank entgegenstellte. ‚Milliwucherer, Ochsensepp, Millibauer‘ aber von waren die offiziellen Titel; der Mann ist heute, mitten in seiner getreuen Provinz Oberbayern, nicht die Spur von Autorität und Mittelpunkt.

Ich glaubte zuerst, dass der Kronprinz Anhänger habe, bin aber von dem Glauben abgekommen. Auch bei unsern Bauern ist keine Spur von ‚angestammter Treue‘ zu merken. Ich gestehe Dir offen, dass der Vorgang im ganzen, wie in jeder Einzelheit mich völlig unvorbereitet traf, und doch glaubte ich, das Volk zu erkennen.“

17. Februar 1919
Die bayerische Revolution nahm mir die letzte Hoffnung

Karlsruhe * Der ehemalige Reichskanzler Max von Baden schreibt an den Ex-Kronprinzen Rupprecht von Bayern folgende Zeilen: „Dein schönes Bayern, das ich so liebe, war mir eine furchtbare Enttäuschung. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass es seine Wittelsbacher verjagen würde. Die bayerische Revolution nahm mir die letzte Hoffnung, die Monarchie wenigstens südlich des Mains zu retten.“ 

5. November 1921
Anspruch der Wittelsbacher auf die bayerische Krone

München-Kreuzviertel * Bei seiner Traueransprache erneuert der erstgeborene Sohn Ludwigs III., Ex-Kronprinz Rupprecht von Bayern, den Anspruch der Wittelsbacher auf die bayerische Krone.  

Doch die Befürchtungen der konservativen bayerischen Staatsregierung, dass die Trauerzeremonie mit der Proklamation Rupprechts zum neuen König von Bayern enden würde, erfüllen sich nicht, da sowohl der Ex-Kronprinz als auch der Regierungspräsident Gustav von Kahr den Zeitpunkt für noch nicht geeignet halten.

6. August 1955
Ex-Kronprinz Rupprecht wird in der Theatinerkirche beigesetzt

München-Kreuzviertel * Der bayerische Ex-Kronprinz Rupprecht wird als letzter Wittelsbacher im Rahmen eines Staatsbegräbnisses - mit allen königlichen Ehren - in der Theatinerkirche beigesetzt.

Bis 1918 lautete sein vollständiger Titel: Seine Königliche Hoheit Rupprecht Maria Luitpold Ferdinand Kronprinz von Bayern, Herzog von Bayern, Franken und in Schwaben, Pfalzgraf bei Rhein