Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
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Streit zwischen den Franziskanern und der Pfarrgeistlichkeit

München-Graggenau * Da bei den Beerdigungen sogenannte Stol-Gebühren fällig werden, kommt es zum Streit zwischen den Franziskanern und der Pfarrgeistlichkeit von St.-Peter und Unserer Lieben Frau. Man einigt sich auf einen Modus: Die für den Franziskaner-Friedhof bestimmten Leichen müssen zuvor in den zuständigen Pfarrkirchen ausgesegnet werden. Anschließend werden sie in einer Prozession zur Franziskaner-Begräbnisstelle überführt.

12. April 1563
Der Alte Südliche Friedhof wird als Pestfriedhof eingeweiht

München-Isarvorstadt * Der Alte Südliche Friedhof vor den Mauern der Stadt wird eingeweiht. Das Anwachsen der Stadt hat eine Erweiterung der bestehenden Beerdigungsplätze - gerade für die einfache Bevölkerung - notwendig gemacht. Er dient der Stadt aber auch als Pestfriedhof. 

4. November 1578
Die Salvator-Kirche am Äußeren Gottesacker wird eingeweiht

München-Isarvorstadt * Die Salvator-Kirche auf dem „Äußeren-Gottesacker“, dem heute Alter Südfriedhof genannten Beerdigungsplatz, wird eingeweiht. Salvator heißt Erlöser, Erretter oder Heiland. 

Zum Unterhalt der Salvator-Kirche sind mehrere Bauernhöfe notwendig. Drei davon liegen in Ober- beziehungsweise Untergiesing. Einer der Höfe ist der Lambacher-Bauernhofes in Obergiesing. 

Herzog Albrecht V. hat das „Beneficium ad sanctum Salvatorum“ oder die „Salvator-Stiftung“ mit der im Jahr 1578 geweihten Sankt-Salvator-Kirche verbunden.

18. Juli 1789
Der Hofoberrichter erlässt Bestattungsvorgaben

München * Der Hofoberrichter erlässt für die künftigen Bestattungen einen Befehl, in dem es heißt: 

  • Das Grab muss mindestens 6 Schuh tief sein.
  • Zwischen zwei Bestattungen in einem Grab müssen zwölf Jahre vergangen sein.
  • Die Beerdigung darf erst 48 Stunden nach Eintritt des Todes erfolgen.
November 1899
Sioux-Indianer im Internationalen Handels-Panoptikum ausgestellt

München-Hackenviertel - München-Schwabing * Eine Gruppe von Sioux-Indianern wird im Internationalen Handels-Panoptikum ausgestellt.

Red-Tail, ein Mitglied der Truppe stirbt in München an Tuberkolose. Der Todesfall und die Beerdigung am Schwabinger Friedhof sorgt für großes Aufsehen in der Presse.

26. Februar 1919
Faulhaber: Warum wird Eisner wie ein König begraben?

München-Kreuzviertel * Kardinal Michael von Faulhaber schreibt zu Kurt Eisners Beerdigung in sein Tagebuch: „Wenn die Monarchie abgeschafft, warum wird Eisner doch wieder wie ein König begraben, während Osel und die anderen einfach zugeschaufelt werden, ist das Demokratie?“ 

Zu Gustav Landauers Satz seiner Trauerrede an Kurt Eisners Grab: „Er war einer wie Jesus und Hus, […] die von der Dummheit und dem Eigennutz hingerichtet wurden“, schreibt Faulhaber in sein Tagebuch, Eisner „war ein Teil von jener Kraft, die Jesus gekreuzigt hat, nicht aber von Jesus selber“