Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
1759
Die Äußere Isarbrücke wird mit Steinen verkleidet

München *  Zehn Steinjoche für die Äußere Brücke sind an der Kleinen Isar errichtet. Die Bogengewölbe werden dann aus Ziegel gemauert und nur außen mit Stein verkleidet. Über den Pfeilern ist die Brüstung mit Postamenten durchbrochen, die ab 1764 als Ausschmückung von Steinkugeln gekrönte Pfeileraufsätze trugen.

Unter den beiden erhöhten Gehwegen verläuft die Wasserleitung für das Trinkwasser aus dem städtischen Brunnwerk am Gasteig. Der Zeitpunkt der Fertigstellung der Äußeren Isarbrücke lässt sich nicht mehr feststellen.

27. Mai 1811
Grundsteinlegung für die Neue Isarkaserne

München-Isarvorstadt * Grundsteinlegung für die Neue Isarkaserne an der Zweibrückenstraße. Auf dem Baugelände befinden sich noch die Obst- und Gemüsegärten des Stifts der Englischen Fräulein. In der Nachbarschaft liegen der Holzlagerplatz der Münchner Kistlerzunft und eine Werkstatt der Stadt, in der die hölzernen Wasserleitungsrohre gebohrt werden.

Der Flurname An den Schweineställen, in früherer Zeit auch Plärrer, kommt vom Verbot der Schweinehaltung in der inneren Stadt.

um 1814
Grundwasserverunreinigung durch die Pferde der Lehel-Kaserne

München-Lehel * Durch die jahrelange dichte Bewirtschaftung des Areals der Lehel-Kaserne mit Pferdeställen treten ernsthafte Probleme mit dem Grundwasser auf. Die Probleme, die zu zahlreichen Erkrankungen bei den Pferden durch schlechtes Wasser führt, wird übrigens erst ein Jahrzehnt später in Form einer zusätzlichen Wasserleitung beseitigt. 

30. Mai 1820
Vorschlag: Ein Brunnenmonument auf dem Max-Joseph-Platz

München-Graggenau * Die künstlerische Konzeption des Max-Joseph-Denkmals liegt von Anfang an bei Kronprinz Ludwig I. und Leo von Klenze, der ein Brunnenmonument auf dem Max-Joseph-Platz vorschlägt. Das steht wiederum in einem engen Zusammenhang mit einem groß angelegten Wasserleitungs- und Brunnenprogramm, das für die Stadt eingerichtet werden soll und ihr Vorbild in dem napoleonischen Brunnenprogramm für Paris hat.

um Dezember 1880
Ein Englischer Garten auf dem Nockherberg

München-Au * Franz Xaver Schmederer lässt sich auf dem Areal seiner späteren Villa vom Hofgartendirektor Franz von Effner einen Englischen Garten anlegen. Die Bäume und Sträucher kommen aus Harlaching, Grünwald, Straßlach, Sendling, dem Perlacher Forst und aus Pasing. Sie werden mitsamt den Frostballen geliefert und vor Ort eingepflanzt. 

Da oben auf dem Berg Wassermangel herrscht, muss es mit Pumpen und Fässern in den Garten gebracht werden. Dieser Mangel kann erst mit der Fertigstellung der Mangfall-Wasserleitung im Jahr 1883 beseitigt werden. 

1. Mai 1883
Mangfall-Wasser für den Schmederer-Garten

München-Au * Die Wasserleitung aus dem Mangfallgebirge ist fertiggestellt und wird mit einer Springbrunnenfontaine am Sendlingertorplatz feierlich in Betrieb genommen.

Das Wasser wird in der Schmederer-Villa sowohl für den häuslichen Bedarf genutzt, aber auch um den geplanten Teich anzulegen und den wasserspeienden Pegasus in Betrieb zu nehmen. Im ganzen Garten wird ein Rohrnetz verlegt, das auch zum Löschen benutzt werden kann, sollte einmal ein Funkenflug der Eisenbahn ein Feuer entzünden. 

15. September 1899
Das Drama an der Luitpoldbrücke

München-Haidhausen *  Die Münchner Neuesten Nachrichten berichten vom Drama an der Luitpoldbrücke: „Ein Schutzmann Nr. 509 sowie mehrere Personen und Kinder, die auf der Brücke dem wilden Treiben der Isar zusahen, verspürten kurz vor 6 Uhr einen Ruck, und nichts Gutes ahnend, verließen sie in eiliger Flucht die Brücke. Kaum hatte der letzte Mann das Ende der Brücke erreicht, als unter fürchterlichem Krachen der nördliche Pfeiler einstürzte und die Brücke mit sich in die Tiefe riss.“

Mit der Flussüberquerung versinken auch die in dem Brückenbauwerk eingelagerten Gas-, Strom- und Wasserleitungen, weshalb in der ganzen Stadt der Strom ausfällt.