Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
25. April 1899
Die Fußball-Abteilung des TSV 1860 München wird gegründet

München-Isarvorstadt * Die Fußball-Abteilung des TSV 1860 München wird gegründet, was fast einer revolutionären Tat gleichkommt. Doch die Gruppe derer, die hinter dem Fußball herläuft, wird immer größer.

Ist schon die Gründung einer Fußball-Abteilung innerhalb eines Turnvereins nicht gerade einfach, so stellt die Suche nach einem geeigneten Spiel- und Trainingsplatz ein weiteres Problem dar.

Zur Abhaltung eines geregelten Übungs- und Wettkampfbetriebs braucht ein solcher Verein nicht nur eine beliebige freie Wiese, sondern einen gut planierten und gepflegten Rasen mit einem deutlich erkennbar abgegrenzten Spielfeld. Die Vereine wenden sich deshalb an den Magistrat der königlichen Haupt- und Residenzstadt München mit der Bitte um Mitbenutzung der bereits vorhandenen und nach den oben genannten Kriterien angelegten Jugendturnspielplätzen. 

Der Turnverein München von 1860 stellte den Antrag auf Mitbenutzung des nahe dem Vereinsheim an der Auenstraße gelegenen Jugendturnspielplatzes an der Schyrenwiese und kann daraufhin auf dem Schyrenplatz - allerdings unter strengsten Auflagen - üben und Wettkämpfe veranstalten.

  • So darf der Platz nur im Sommerhalbjahr bespielt werden, an Regentagen oder bei noch nicht abgetrockneten beziehungsweise durchweichtem Boden jedoch nicht.
  • Jährlich - bis Mitte April - hat der Verein ein Gesuch einzureichen, in dem er seine Wünsche angibt, an welchem Tag und zu welcher Stunde er welchen Platz benutzen will.

Dabei muss der Sportclub auf die Belegung durch die Schulgruppen Rücksicht nehmen.

Nach jeder Benutzung kommt ein Inspektor vorbei, um den Rasen abzunehmen. Dabei kommt es öfter zu Schwierigkeiten, denn dem städtischen Beamten ist „ein geknickter Grashalm fast zu viel“, beschwert sich der FC Bayern, der seinen ersten Übungsplatz ebenfalls auf der Schyrenwiese hat, in einer frühen Festschrift.

Die Fußballer des Turnvereins München von 1860 trainieren scheinbar lange Zeit und mit großer Ausdauer nur für sich alleine. Bis zum Frühjahr 1908 spielen die Fußballer in den 1860-Vereinsfarben grün-gold.

10. März 1925
Der TSV München-Ost verkauft den Waldspielplatz

Gronsdorf * Der TSV München-Ost verkauft den Waldspielplatz in Gronsdorf, um noch am selben Tag den Kauf eines neuen Grundstücks an der St.-Martin-Straße in Obergiesing perfekt zu machen. Um den Bau eines Vereinsheimes, einer Turnhalle und eines Sportplatzes finanzieren zu können, wird der Verkaufserlös des alten Waldsportplatzes verwendet und der Beitrag auf eine Mark verdoppelt.

Die Vereinsleitung und die Mitgliedschaft verspricht sich von dem Neubau-Projekt wesentlich bessere Trainingsbedingungen als in den Nebensälen der Großgaststätten und den Schulturnsälen. Und damit verbunden eine stärkere Unabhängigkeit von geschäftstüchtigen Wirten und mit Vorurteilen behafteten Schulrektoren. 

28. November 1926
Das Vereinsheim und die Turnhalle des TSV München-Ost sind fertig

München-Obergiesing * Das Vereinsheim und die Turnhalle kann an die Vereinsleitung des TSV München-Ost übergeben werden. Für einige Jahre wird es mit dem Turn- und Sportverein München-Ost noch aufwärtsgehen, doch mit den beginnenden 1930er-Jahren kommt die Wirtschaftskrise und damit verbunden eine hohe Arbeitslosigkeit, die auch die Mitglieder des Sportvereins trifft. 

Die dadurch sinkenden Beitragszahlungen machen die Rückzahlung der Bauschulden und die Begleichung der laufenden Kosten immer schwieriger. Die größte Gefahr für den Arbeiterverein kam jedoch von den Nationalsozialisten. 

30. Dezember 1936
Das ehemalige Vereinsheim des TSV München-Ost wird verkauft

München-Obergiesing * Die NS-Stadtverwaltung verkauft das ehemalige Vereinsheim des Turn- und Sportvereins München-Ost mit allem Grund und Boden an die Optischen Werke C.A. Steinheil Söhne GmbH München, die in unmittelbarer Nähe eine Rüstungsfabrik betreibt. 

um Juli 1945
Der Wunsch nach einem eigenen Cowboy-Vereinsheim

München * Nach dem Zweiten Weltkrieg lebt der Verein „Cowboy Club München von 1913 e.V. - C.C.M“. wieder auf. Der Wunsch nach einem eigenen Vereinsheim wird immer lauter. Die Mitglieder haben das Nebenzimmerdasein in Wirtschaften endgültig satt.