Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
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Die Isar zur Zeit der Stadtgründung

München *  Die Isar ist noch ein Wildfluss, der in einem breiten Bett mit zahlreichen Nebenarmen von geringer Wassertiefe und ausgedehnten Kiesbänken dahinfließt. Der Gebirgsfluss ist zu keiner Zeit ein starres Gebilde. 

Man kann sich die Isar als Wildwasser mit einer relativ starken Strömung vorstellen, ähnlich wie im heute noch weitgehend naturbelassenen Abschnitt der Isar von der deutsch-österreichischen Grenze bis kurz nach Mittenwald oder auch - etwas weniger ausgeprägt - im Bereich der Pupplinger Au. 

Bis oberhalb von Schäftlarn verläuft die Isar in einem breiten Bett, das sich dann zur Schlucht verengt, wodurch die Wassertiefe des Gebirgsflusses zunimmt.  

Erst nach Pullach weitet sich das Isartal wieder, und ab Thalkirchen nimmt die Isar erneut die Gestalt eines immer breiter werdenden, sich in mehrere Arme verzweigenden Flusses an.

1313
Die Giesinger Mühle liefert an das Kloster Schäftlarn

Untergiesing * Die Giesinger Mühle liefert jährlich 11 Metzen Getreide, 30 Pfennig Regensburger Währung, 100 Eier und 10 Käse an das Kloster Schäftlarn.

Wann der Schrafnagel-Müller die Mühle seinen Besitz nennen kann, ist ungeklärt. Wahrscheinlich war dies schon im 14. Jahrhundert.

22. Dezember 1705
Die Aufständischen treffen sich in Hohenschäftlarn

Hohenschäftlarn * Aufgrund des Tölzer Patents treffen gegen 18 Uhr die Tölzer, Benediktbeurer und Reichersbeurer Kontingente in Hohenschäfftlarn ein. Dort nehmen sie eine zehn Mann starke kaiserliche Reiterpatrouille gefangen, die sie nach Wolfratshausen bringen.

22. Dezember 1705
Verurteilung wegen Verkostung der Aufständischen

Schäftlarn * Die Prämonstratenserabtei Schäftlarn verköstigt die Aufständischen bei deren Marsch in Richtung München. Sie wird dafür später von der Kaiserlichen Administration zu einer Geldstrafe in Höhe von 8.000 Gulden verdonnert. 

23. Dezember 1705
Ein bäuerliches Aufgebot trifft sich in Schäftlarn

Schäftlarn * Ein bäuerliches Aufgebot von rund 3.000 Mann aus den verschiedensten Gerichtsbezirken und Hofmarken treffen sich in Schäfftlarn.

  • Vom Landgericht Tölz 500 Mann,
  • vom Klostergericht Benediktbeuern 200 Mann,
  • vom Klostergericht Tegernsee 200 Mann,
  • aus den Hofmarken Reichersbeueren, Sachsenkam und Dietramszell 100 Mann,
  • vom Landgericht Aibling und der Grafschaft Hohenwaldeck 600 Mann,
  • aus der Grafschaft Valley 300 Mann,
  • vom Landgericht Rosenheim 70 Mann,
  • vom Landgericht Starnberg 200 Mann und
  • vom Landgericht Wolfratshausen 600 Mann.

Etwa ein Drittel der Männer haben Gewehre, der Rest ist mit den typischen Bauernwaffen ausgestattet. Das Aufgebot umfasst 300 Reiter und verfügt über sechs Geschütze.

Am Nachmittag treffen sich in Schäfftlarn die Anführer der Aufständischen zu ihrer ersten Beratung. Das Kommando über den gesamten Heerhaufen wird dem kurbaierischen Hauptmann Matthias Mayer übertragen. Er weigert sich und übernimmt den Oberbefehl erst nach massivem Druck.

Zum Unterkommandanten wird Leutnant Johann Houis ernannt. Die Schützen führt der „Jägeradam“ Schöttl, die Reiterei der Tölzer Pflegskommissär Joseph Ferdinand Dänkel an.

Als am Abend ungünstige Nachrichten aus München eintreffen, wollen Hauptmann Matthias Mayer und eine ganze Reihe von Beamten das ganze Vorhaben abblasen. Doch Pflegskommissär Dänkel, Kriegskommissär Fuchs und der Münchner Weinwirt Jäger setzen sich mit aller Kraft für den „Marsch nach München“ ein. 

24. Dezember 1705
Der Zug der aufständischen Bauern bewegt sich in Richtung München

Schäftlarn * Ab Mittag bewegt sich der Zug der Bauern in Richtung München.

  • Die Schützen unter Leutnant Houis und dem „Jägeradam“ bilden die Vorhut.
  • In einigem Abstand folgen die Spießler und Stängler, bei denen sich die sechs Böllerkanonen befinden.
  • Den Abschluss bildet die Reiterei.
1828
Die Notbrücke erhält den Namen Ludwigsbrücke

München-Lehel - München-Isarvorstadt * Eine hölzerne, fünfbogige Notbrücke über die Isar wird eingeweiht. Sie erhält den Namen Ludwigsbrücke. Sie ist bis dahin die einzige Isarüberführung zwischen Bogenhausen und Schäftlarn.

1924
Die Isarwerke AG werden gegründet

München * Die Hauptgesellschafter der Isarwerke GmbH: Jakob Heilmann, das Bankhaus Merck Finck & Co und Georg von Simson, Gesellschafter der Danat-Bank – Darmstädter und Nationalbank, gründen zum Zwecke des Betriebes des Wasserkraftwerks Mühltal bei Schäftlarn die „sarwerke AG.