Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
um 1733
Graf Ignaz Felix Joseph von Toerring-Jettenbach erwirbt einen Bauplatz

München-Graggenau * Der Generalfeldzeugmeister, Konferenzminister und enge Vertraute des Kurfürsten Carl Albrecht, Graf Ignaz Felix Joseph von Toerring-Jettenbach, erwirbt den Bauplatz in der heutigen Residenzstraße 2 für sein Palais. 

Zwar liefert François Cuvilliés für die Adels-Nobelunterkunft die modernsten Pläne, doch der Stararchitekt ist gerade beim neuen Kurfürsten Max III. Joseph in Ungnade gefallen. Und so erhält der städtische Oberbaumeister Ignaz Anton Gunetzrhainer den Auftrag.

13. Mai 1747
Der Grundstein für das Palais Toerring-Jettenbach wird gelegt

München-Graggenau * Der Grundstein für das Palais Toerring-Jettenbach in der heutigen Residenzstraße 2 wird gelegt. Der Rokoko-Adelspalast entsteht in den Jahren von 1747 bis 1756 auf den Grundflächen einer ganzen Reihe von Häusern.

  • Bauherr ist der 65-jährige Graf Ignaz Felix Joseph von Toerring-Jettenbach, der während seiner Auslandsaufenthalte die fremden Höfe und Adelspaläste begutachtet und so ganz nebenbei mit den bekanntesten Architekten Kontakt aufnehmen kann.
  • Inzwischen liegen elf verschiedene Pläne für ein prächtiges Stadtpalais in seinem Schubladen, gezeichnet von dem Wiener Hofbaumeister Joann Lukas von Hildebrandt, dem französischen Adelsarchitekten Bottrand, dem Münchner Hofbaumeister François Cuvilliés und den Gebrüdern Johann Baptist und Ignaz Anton Gunetzrhainer.
  • Der Graf nimmt schon während der Planungsphase und auch bei der Bauausführung regen Anteil und lässt sich selbst jede kleinste Kleinigkeit zur Genehmigung vorlegen.
1751
Das Palais Toerring-Jettenbach wird fertiggestellt

München-Graggenau * Das Palais Toerring-Jettenbach in der heutigen Residenzstraße 2 ist unter Dach.

  • Das elf Fenster breite Gebäude mit seinem vorgebuchteten Mitteltrakt unterscheidet sich durch seine eher zurückhaltend gestaltete Rokokofassade von den älteren Münchner Adelspalästen.
  • Mit den Stuckarbeiten ist Johann Baptist Zimmermann betraut worden. Die Innenausstattung übernimmt Johann Baptist Gunetzrhainer.

Die Baurechnungen belaufen sich auf 55.170 Gulden, wobei die Gesamtkosten sicherlich wesentlich höher sind.

1827
Herzog Max in Bayern sieht sich nach einem geeigneten Stadtpalast um

München-Graggenau * Offenbar will Graf Toerring das Adelspalais an der heutigen Residenzstraße 2 bereits in den 1820er-Jahren verkaufen. Denn als sich Herzog Max in Bayern nach einem geeigneten Stadtpalast umsieht, wird ihm von Klenze das gegenüber der entstehenden Königsresidenz gelegene Palais schmackhaft gemacht. Doch die Pläne des Herzogs zerschlagen sich.

1838
Simon von Eichthal verkauft sein Palais an den Konditor Carl Rottenhöfer

München-Graggenau * Simon von Eichthal verkauft sein Palais an der Residenzstraße 26 an den Konditor Carl Rottenhöfer. Dessen Geschäft floriert derart, dass es schon bald nach seiner Eröffnung zur Königlich-Bayerischen Hofkonditorei ernannt wird.

Bis Mitte 2013 trägt es den Namen Confiserie Rottenhöfer Café Hag und befand sich an der selben Adresse.

24. August 1838
Das Kgl. General-Postamts-Bureau wird eröffnet

München-Graggenau * Nach vier Jahren Bauzeit kann das Kgl. General-Postamts-Bureau in der heutigen Residenzstraße 2 endlich für die Allgemeinheit geöffnet werden. Die Gesamtkosten sind in der Zwischenzeit auf 369.000 Gulden gestiegen. Kein Wunder also, dass in der Öffentlichkeit Beschwerden laut werden.

Da kann auch die damals hervorgehobene Funktion der Loggia, „welche den Abreisenden oder den Freunden der ankommenden Reisenden einen angenehmen Aufenthaltsort zum Abwarten darbietet“, die Kosten kaum rechtfertigen und die Mängel aufwiegen.