Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
um 21. März 1918
Die Große deutsche Frühjahrsoffensive beginnt

Bapaume - Nordfrankreich * Mit einem mehrstündigen, für die Gegenseite in seiner Massivheit vollkommen unerwarteten „Sturm aus Feuer und Stahl“, wie man ihn bis dahin noch nicht erlebt hat, beginnen die deutschen Truppen die „Operation Michael“. Es ist die erste von fünf Schlachten der deutschen Frühjahrsoffensive, die zugleich der letzte Versuch des Deutschen Kaiserreichs ist, an der Westfront einen für die Mittelmächte günstigen Kriegsausgang zu erreichen.

Was die Briten in der Flandernschlacht in zwei Wochen verschossen hatten, verbrauchen die Deutschen in nur wenigen Stunden. Es werden nicht nur Sprenggranaten, sondern auch Giftgas-Granaten verschossen. Schon am ersten Tag des Unternehmens kann die Verteidigung des Gegners durchbrochen werden. In den Folgetagen dringen die deutschen Truppen auf einer Breite von 80 Kilometern etwa 65 Kilometer tief in französisches Territorium ein.

Die Entente soll zurückgeschlagen werden, ehe die US-Amerikaner in Europa landen. Dies würde, so die Überlegung Erich von Ludendorffs, das Deutschen Reich in eine gute Ausgangsposition bei den Friedensverhandlungen setzen.

  • Die Offensive wird nur am Anfang erfolgreich sein, aber kein Triumphlauf werden.
  • Die Übermacht der alliierten Streitkräfte,
  • erhebliche Versorgungsprobleme und
  • große Verluste sind Ursachen für den Untergang der deutschen Truppen.
  • Am ersten Tag der „Michael-Offensive“ werden auf deutscher Seite von 39.929 Mann 10.851 getötet, 28.778 verwundet und 300 Mann gefangen genommen.
  • Von den eingesetzten 38.512 Briten fallen 7.512, etwa 10.000 werden verwundet und 21.000 gehen in Gefangenschaft. 
5. April 1918
Ludendorff bricht die Operation Michael wegen Erfolglosigkeit ab

Spa - Nordfrankreich * Generalquartiermeister Erich Ludendorff lässt die „Operation Michael“ wegen Erfolglosigkeit abbrechen. 

  • Die deutschen Truppen können nicht zum Meer durchdringen,
  • das britische Heer ist nicht zusammen gebrochen,
  • es bleibt bei einem bloßen Raumgewinn.
  • Nach der Anzahl der Gefallenen (35.163 auf deutscher Seite) ist die „Michael-Offensive“ die blutigste Schlacht des ganzen Ersten Weltkrieges. 
  • Ludendorff führt den Misserfolg auf den „nachlassenden Angriffsgeist der Truppe“ zurück. 
um 9. April 1918
Die zweite Frühjahrsoffensive beginnt nahe Lille

Armentières - Nordfrankreich * Nach dem Festlaufen der „Operation Michael“ Anfang April führt man die ursprünglich „Georg“ genannte Vierte Flandernschlacht in reduziertem Umfang durch. Generalquartiermeister Erich Ludendorff nennt die Vierte Schlacht um Ypern deshalb „Georgette“.

Diese Zweite Frühjahrsoffensive beginnt rund 15 Kilometer von Lille entfernt nach dem Muster der „Operation Michael“ mit schlagartigem Artilleriefeuer.