Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
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Bernhard von Clairvaux erarbeitet die Ordensregel der Templer

Clairvaux * Inwieweit Bernhard von Clairvaux an der Erstellung der Ordensregel der Templer beteiligt war, ist umstritten. Der Zisterziensermönch kann aber den Templern bei der Findung eines angemessenen Rahmens helfen und mit seinem rhetorischen Talent diesen auch gegenüber Skeptikern durchsetzen.

Bernhard von Clairvaux sieht in den Templern die neuen Glaubenskrieger, die den freien Zugang zu den Heiligen Stätten wieder herstellen, die Pilger schützen und den Frieden sichern. Kein Wunder also, dass die Ordensregeln der Templer ganz im Geiste der von Bernhard von Clairvaux stark beeinflussten Ordensregeln der Zisterzienser gehalten sind und die Tempelritter bei ihrem Eintritt in den Orden Armut, Keuschheit und Gehorsamkeit geloben müssen.

In seinem Traktat „Lob der neuen Ritterschaft“ preist Bernhard die Tugenden sowie die Werke der Nächstenliebe der Tempelherren und gibt damit dem Ritterorden eine theologische Begründung.

Bei so viel Unterstützung durch Bernhard von Clairvaux verwundert es nicht, dass sich die Tempel-Ritter zu den Zisterziensern hingezogen fühlen. Aufgrund ihrer Kleidung werden diese Kirchenmänner auch als „weiße Mönche“ bezeichnet. Und nachdem die Tempelherren die Zisterzienser als ihren Mutterorden empfinden, übernehmen sie auch die Farbe weiß für ihren Umhang.

14. Mai 1939
Am Muttertag gibt’s den „Karnickelorden“

Berlin * Aus Anlass der Muttertagsfeiern werden erstmals „Ehrenkreuze der deutschen Mutter“ an kinderreiche Frauen verliehen. Frauen mit vier bis fünf Kindern erhalten den Mutterorden in Bronze, für mehr als sechs Kinder gibt‘s den Orden in Silber, und für mehr als acht Kinder wird das Mutterkreuz in Gold vergeben. Die Orden hängen an einem blauen Band mit der Aufschrift: „Das Kind adelt die Mutter“. 

Hinter vorgehaltener Hand wird das  Mutterkreuz auch als „Karnickelorden“ bezeichnet. Nationalsozialistische Politik drängt die Frauen zurück an Herd und Kinderbett. Außerhalb des Hauses gelten Frauen nur wenig. 

Reichspropagandaminister Joseph Goeppels meint zur Rolle der Frau: „Die Frau hat die Aufgabe, schön zu sein und Kinder zur Welt zu bringen. [...] Die Vogelfrau putzt sich für den Mann und brütet für ihn die Eier aus.“