Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
um Juli 1875
Musteraufführungen der Werke Richard Wagners in München

München * Bereits im Sommer 1875, also ein Jahr vor der Eröffnung des Bayreuther Festspielhauses, zeigt man in München - auf Betreiben des Generalintendanten Carl Freiherr von Perfall - eine Reihe von sogenannten Musteraufführungen vor allem der Werke Richard Wagners. Selbst der Plan eines Festspielhauses in München findet keine Ruhe und wird weiterentwickelt.

um August 1893
Cosima Wagner macht Ärger

München - Bayreuth * Carl von Perfalls Nachfolger, der im Jahr 1893 zum Generaldirektor ernannte Ernst von Possart, organisiert sofort nach seinem Amtsantritt fünfundzwanzig Musteraufführungen der Werke Richard Wagners. Er will damit Bayreuth ganz bewusst eine künstlerische Konkurrenz erwachsen lassen.

Das ruft umgehend Cosima Wagner, die Witwe des Komponisten und selbsternannte „Gralshüterin von Bayreuth“, auf den Plan. Frau Wagner sieht in dem Münchner Theater natürlich nicht nur das Erbe Bayreuths gefährdet, sondern auch ihren eigenen Plan, mithilfe deutscher Bundesfürsten ein zweites, größeres Richard-Wagner-Festspielhaus zu erbauen, bedroht.

Sie macht Ärger und bezeichnet die Münchner Festspiele als „eine Affenfratze unseres ernsten mühseligen Strebens. Alles Lüge und Hohlheit [...] Es ist ein Treiben an Stelle des Strebens. Der Schacher an Stelle des Dienstes.“