Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
1160
Die Isar zur Zeit der Stadtgründung

München *  Die Isar ist noch ein Wildfluss, der in einem breiten Bett mit zahlreichen Nebenarmen von geringer Wassertiefe und ausgedehnten Kiesbänken dahinfließt. Der Gebirgsfluss ist zu keiner Zeit ein starres Gebilde. 

Man kann sich die Isar als Wildwasser mit einer relativ starken Strömung vorstellen, ähnlich wie im heute noch weitgehend naturbelassenen Abschnitt der Isar von der deutsch-österreichischen Grenze bis kurz nach Mittenwald oder auch - etwas weniger ausgeprägt - im Bereich der Pupplinger Au. 

Bis oberhalb von Schäftlarn verläuft die Isar in einem breiten Bett, das sich dann zur Schlucht verengt, wodurch die Wassertiefe des Gebirgsflusses zunimmt.  

Erst nach Pullach weitet sich das Isartal wieder, und ab Thalkirchen nimmt die Isar erneut die Gestalt eines immer breiter werdenden, sich in mehrere Arme verzweigenden Flusses an.

1586
Noch immer sind keine Isarinseln vorhanden

München * Die „Beschreibung und Contrafractur der vornehmbsten Stätt der Welt“ von Braun und Hagenberg zeigt eine Ansicht von München. Auch sie gibt nur die typischen, naturbelassenen Kiesbänke in der Isar wieder. Isarinseln sind noch immer nicht vorhanden.

1683
Anwachsen der Isarinseln

München * Das ab dem Jahr 1683 von den Münchnern errichtete Hauptwührbeschlächt am zum Burgfrieden gehörenden Bereiter Anger ist entscheidend für das Anwachsen und die weitere Entwicklung der Münchner Isarinseln. 

Diese wasserbautechnische Maßnahme dient zum einen zur Befestigung des Ufers und zum anderen zum Abdrängen des Wassers auf die linke Seite des Flussbetts, um den Wasserhaushalt der Floßrinne sicherzustellen. Eine in den Fluss gerammte Wühr zwischen dem Bereiter Anger und der Isarbrücke, die sogenannten Oberen Überfälle, sind so angelegt, dass der rechte Seitenarm der Isar nahezu trocken liegt und nur bei Hochwasser das überschüssige Wasser aufnimmt. Das bewirkt, dass sich weiteres Geröll an den bestehenden Kiesbänken ablagert und sich diese nicht mehr bei jedem Hochwasser verlagern können. 

Auch die Insel selbst muss mit einem Beschlächt befestigt werden, damit sie bei einem starken Hochwasser nicht wieder verschwindet.