Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
1487
Der Bozener Markt wird nach Mittenwald verlegt

Mittenwald * Die Venetianer Kaufleute verlassen Bozen als ihren Hauptstapelplatz für Waren nach einem Streit mit der dortigen Regierung. Als Ersatzstandort erwählen sie Mittenwald, in dem sie bis 1679 den sogenannten Bozener Markt abhalten und die „welschen“ - sprich fremden - Waren angebieten, verkaufen und verfrachten.

Auf Saumtieren und Karren werden die Güter über die steilen Gebirgspässe gebracht und gelangen schließlich über Zirl und Seefeld hinab nach Scharnitz und Mittenwald. Den Weitertransport übernehmen heimische Fuhrleute.

Gehandelt wird mit: Gewürzen, Südfrüchten, Ballen mit Baumwolle, Pfeffersäcke, Säcke mit Johannisbrot, Safran und Ingwer, Ballen mit Schreibpapier, Borten, Schleier, Ölfässer, Fässer mit Feigen, Zucker, Welsch- und Etschwein. 

um 1487
Herzog Sigmund von Tirol erklärt Venedig den Krieg

Bozen * Herzog Sigmund von Tirol lässt auf dem Bozener Markt 130 venezianische Kaufleute verhaften und erklärt darüber hinaus der Republik Venedig den Krieg. Aus diesem Grund schlagen die venezianischen Händler ihre Kaufstände seither im bischöflich-freisingischen Mittenwald auf.

1492
Die Kesselbergstraße wird ausgebaut

Walchensee - Königssee * Die Kesselbergstraße wird ausgebaut. Der holprige Weg vom Walchensee zum Königssee ist bereits seit dem Jahr 1120 als Königspfad bekannt. Er war allerdings - trotz des Namens - ein wenig einladender Saumpfad. 

Dieser wird jetzt auf Anregung des Münchner Ratsherrn Heinrich Barth zu einer Straße ausgebaut, die in neun Kehren die beiden Seen miteinander verbindet.

Der aufblühende Bozener Markt in Mittenwald profitiert von dieser neuen Route. Bisher mussten die Fuhren nach München entweder die häufig überschwemmte Straße durchs Murnauer Moos und das Loisachtal nehmen, oder sie waren auf das enge Tal der Isar angewiesen.