Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
1894
Die Münchner Bäcker-Innung kauft dIe Giesinger Mühle

München-Untergiesing * Die Giesinger Mühle gehört der Münchner Bäcker-Innung, deshalb der Name Bäcker-Kunstmühle. Sie kauft die Mühle „mit allem lebenden und toten Inventar“ für 482.000 Mark. Nach umfangreichen Umbauarbeiten kann die Mühle noch im gleichen Jahr als Bäcker-Kunstmühle der Bäcker-Innung München eröffnet werden.

Die Wasserkraft des Auer Mühlbachs erzeugt hier 200 PS. Die Turbine wird circa 50.000 Stunden im Jahr betrieben. Der Elektromotor leistet 50 PS und läuft an etwa 1.500 Stunden im Jahr. In dem vollautomatischen Mahlbetrieb gibt es zwei getrennte Mahlsysteme, in denen 2.995 Tonnen Roggen und 6.412 Tonnen Weizen, also eine Gesamtleistung von 9.407 Tonnen im Jahr, gemahlen werden können.

1941
Die Bäcker-Kunstmühle wird in eine Genossenschaft umgewandelt

München-Untergiesing * Die Bäcker-Kunstmühle wird in eine Genossenschaft umgewandelt, da die Bäcker-Innung“nach den seinerzeit geltenden Gesetzen keine wirtschaftlichen Einrichtungen betreiben darf.

Die Bäcker-Kunstmühle wird von den in der Genossenschaft zusammengeschlossenen Bäckermeistern gemeinschaftlich betrieben und dient ausschließlich zur Förderung der Wirtschaft der Mitglieder.

1967
Die Bäcker-Innung steigt auf die Barrikaden

München-Untergiesing * Die Bäcker-Innung“steigt auf die Barrikaden, nachdem sie die Hangauffahrt des Mittleren Ringes zu überrollen droht. Um Platz für die Hochstraße zu schaffen, musst damals ein Drittel des Bürotraktes der Bäcker-Kunstmühle geopfert werden.

Ein Argument, mit dem sich die Bäcker-Innung damals gegen die städtischen Straßenplaner wehrt, ist, dass die Versorgung der Münchner Bevölkerung mit Brot gefährdet sei. Vor Gericht wird ihr eine Entschädigungssumme von 800.000 DMark zugesprochen, die anschließend zur Modernisierung in den Betrieb gesteckt wird. Doch diese Investition ist zum Fenster rausgeschmissen.