Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
11. Juli 1623
Kurfürst Maximilian I. verlangt einen Beitrag zu den Kriegskosten

München * Kurfürst Maximilian I. verlangt von seiner Haupt- und Residenzstadt einen Beitrag zu den Kriegskosten in Höhe von 50.000 Gulden. Zur Finanzierung des Betrags muss die Stadt ihrerseits eine Anleihe bei ihren Bürgern aufnehmen. München wird unter der so herbeigeführten Verschuldung noch jahrzehntelang leiden.

1777
Ignaz Mayer kommt nach München

München * Die Familie des Ignaz Mayer kommt nach München, als Kurfürst Carl Theodor das Erbe der baierischen Regentschaft antritt. 

Er wird später dem erlauchten Kreis der Kreditgeber des baierischen Königs zählen. Alleine in den Jahren 1807 und 1808 gewährt er der königlichen Centralkasse Anleihen in Höhe von 100.000 Gulden.

1785
Ignaz Mayer heiratet Chaila Seligmann

München * Ignaz Mayer heiratet Chaila oder Caroline Seligmann.

Ihr Vater ist der im Jahr 1814 erste in den Adelsstand erhobene Jude in Baiern, der dann Leonhard Freiherr von Eichthal heißt. Ursprünglich hieß er Aron Elias Seligmann, war der Tabak- und Salzhändler, zugleich der bedeutendste Hof- und Heereslieferant und außerdem Hauptgläubiger der immer finanzschwachen Kurpfalz.

In den Napoleonischen Kriegen avanciert er zum einzigen Heereslieferanten der baierischen Truppen, der die enormen Kosten für das Militär mit eigenen Anleihen finanziert und dafür ansehnliche Provisionen erhält.

1799
Aron Elias Seligmann kommt nach München und wird Hofagent

Leimen - München * Aron Elias Seligmann aus Leimen bei Heidelberg kommt nach München und wird dort kurbaierischer Hofagent. 

Seligmann betreibt seit 1779 eine Tabakmanufaktur und ist durch den Salzhandel sehr reich geworden. In München ist er Verpflegungsadmoniateur der baierischen Armee und Anleihennegoziant.

20. September 1847
In der Stände-Versammlung werden weitreichende Forderungen erhoben

München-Kreuzviertel * Vom 20. September bis 30. November 1847 wird eine Außerordentliche Stände-Versammlung einberufen, bei der es im Grunde nur um eine Anleihe zur Finanzierung der Eisenbahn geht. 

In beiden Stände-Kammern werden lautstark liberale Forderungen wie die Ausweitung der Pressefreiheit und weitere Reformen, die die Märzforderungen des darauffolgenden Jahres vorwegnehmen, erhoben. 

30. Mai 1884
König Ludwig II. will ans Vermögen seines Bruders Otto

München * König Ludwig II. will eine Anleihe aus dem Vermögen von Prinz Otto entnehmen. Er scheitert aber am Hofsekretär Philipp Pfister, der den Bayernkönig auf das Bayerische Landrecht hinweist, das dem Vormund, also Ludwig, untersagt, bei seinem Mündel ein Darlehen aufzunehmen.

20. September 1918
Skeptisch beim Kauf von Kriegsanleihen

Königreich Bayern * Von der Landbevölkerung wird „allenthalben die Sicherheit der Kriegsanleihen wie allen Geldes überhaupt stark in Zweifel gezogen“. Deshalb rät man sich gegenseitig von der Zeichnung ab. Schon länger glaubt man, „im Misslingen der Kriegsanleihe das beste Mittel zur baldigen Beendigung des Krieges zu sehen“

25. Februar 1919
Die unterschiedlichen Standpunkte der Parteien

München * Bereits am ersten Tag fordert Max Levien als Delegierter des Revolutionären Arbeiterrats

  • die sofortige Ausrufung der Räterepublik,  
  • die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur UdSSR,  
  • die Versendung wahrheitsgetreuer Flugblätter in fremden Sprachen,  
  • die Entfernung der Republikanischen Schutztruppe,  
  • die Bildung einer Roten Armee sowie  
  • die Annullierung der Staatsschulden und Kriegsanleihen.  

Unterstützt wird Levien von dem Matrosen Rudolf Egelhofer, der von der „permanenten Proletarierversammlung“ im Wagnersaal abgesandt wurde, an der mehr als 5.000 Menschen teilnehmen.  

Auch der Anarchist Erich Mühsam schließt sich dieser Forderung an. Er ist der Überzeugung, dass der Ausgang des Kongresses der bayerischen Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte von entscheidender Bedeutung für den künftigen Verlauf der Weltrevolution ist.

In den weiteren Beratungen kristallisieren sich die unterschiedlichen Standpunkte der Parteien heraus.  

  • Die SPD-Delegierten sprechen sich gegen eine Räterepublik aus, setzen sich aber - anders als die Genossen um Erhard Auer - für die Verankerung der Räte in der Verfassung ein.  
  • Die KPD fordert dagegen die Regierung der Volksbeauftragten und eine Räterepublik.