Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
1313
Die Giesinger Mühle liefert an das Kloster Schäftlarn

Untergiesing * Die Giesinger Mühle liefert jährlich 11 Metzen Getreide, 30 Pfennig Regensburger Währung, 100 Eier und 10 Käse an das Kloster Schäftlarn.

Wann der Schrafnagel-Müller die Mühle seinen Besitz nennen kann, ist ungeklärt. Wahrscheinlich war dies schon im 14. Jahrhundert.

1434
Der Haidhauser Lehm wird auf Tauglichkeit untersucht

Haidhausen * Die Stadt lässt einen Ziegelmeister aus Straubing kommen, der den Haidhauser Lehm auf Tauglichkeit untersuchen soll. Gleichzeitig schickt die Stadtverwaltung Lehmproben nach Augsburg.

Das Ergebnis ist eine schallende Ohrfeige für die Münchner Hafner, weil die Augsburger eine wesentlich bessere Qualität an Ziegeln herstellen konnten als die Münchner. Damit war eindeutig bewiesen, am Material liegt es nicht.

1. November 1747
Erste Versuche zu Herstellung von Hartporzellan

Au * Im ehemaligen Hofmarkschloss Neudeck beginnt der Münchner Hafnermeister Franz Ignatz Niedermayer mit der Herstellung von Hartporzellan. Er kommt aber über feine Hafnerware nicht hinaus. Das Datum gilt trotzdem als Gründungsdatum der Nymphenburger Porzellanmanufaktur.

um 1749
Josepha von Kern verkauft Grundstücke in der Falkenau

Au - Untergiesing * Da sich Oberleutnant Anton Josef von Kern, der Besitzer der Falkenau, überschuldet hat, übernimmt seine Frau Josepha, eine geborene von Pitzl auf Eberstall, die Betreuung der Besitzungen. Nachdem sie Witwe geworden ist, muss sie für ihre fünf minderjährigen Söhne sorgen.

Gegen den entschiedenen Widerstand ihrer Gläubiger verkauft sie einige Grundstücke der Falkenau nahe dem Kühbächl an den Schrafnagelmüller Loiblmeier und an den Hofbankier und Kommerzienrat Franz Anton von Pilgram, der schon weitere Grundstücke in der Gegend besitzt.

5. Mai 1919
12 Perlacher Arbeiter werden im Hofbräukeller hingerichtet

München-Haidhausen * Der 19-jährige Konrad Zeller sagt als Zeuge der Erschießungen im Hofbräukeller folgendes aus: „Gleich nach unserer Ankunft im Hofbräukeller mussten wir in Reihe antreten. Jemand, wer weiß ich nicht, gab den Befehl: ‚Ludwig raus‘. Ludwig wurde von 2 Soldaten hinter das Auto geführt. Gleich darauf krachte es 2 oder 3 mal. Ich glaube, dass Ludwig sofort erschossen worden ist“.

Gegen Mittag werden die übrigen elf Perlacher von Erschießungskommandos hingerichtet. Bei den Ermordeten handelt es sich um den bereits erwähnten Hafnermeister Josef Ludwig sowie die Hilfsarbeiter Artur Koch, Johann Keil, Sebastian Hufnagel, Albert Dengler, sowie den Arbeiter Albert Krebs, der Schweizer Staatsbürger war, weiters um den Schreiner Georg Jakob, den Maurer Josef Jakob, den Eisenbahnarbeiter Georg Eichner, den Arbeiter Konrad Zeller, den Korbmacher August Stöber und den Former Johann Fichtl.

Josef Ludwig ist Vorsitzender des Perlacher Arbeitersrats, dem aus dem Kreis der Ermordeten noch Josef Jakob und August Stöber angehören. Außerdem ist Ludwig Mitglied im Gemeindeausschuss und steht dem wichtigen Lebensmittelausschuss vor. 

Von den zwölf Ermordeten sind zehn Mitglieder der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands - USPD. Zwei der Getöteten sind Junggesellen; insgesamt werden zehn Frauen zu Witwen, die sich um 46, davon 35 minderjährige Kinder [!], sorgen müssen. 

8. Juni 1945
Der Soldatensender AFN nimmt seinen Betrieb auf

München-Maxvorstadt * Der Soldatensender American Forces Network - AFN nimmt von der Kaulbachstraße 15 aus seinen Betrieb auf. Die technischen Einrichtungen sind vorhanden, weil die Gauleiter Adolf Wagner und Paul Giesler ihre Informationen von hier aus über Kabel direkt zum Sender Ismaning übertragen haben.