Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
27. Dezember 1894
Johann Ueblacker erwirbt ein Anwesen an der Preysingstraße

München-Haidhausen * Der Holzhändler Johann Ueblacker erwirbt ein Anwesen in der Preysingstraße „mit 0,047 Tagwerk zum Preis von 9.912 Mark und 57 Pfennig, für das Wohnhaus mit angebauter Stallung, Abort, Schutzdach, Wagenremise und Hofraum“.  

Das sogenannte Üblackerhäusl entstand schon im 18. Jahrhundert und war eines der ersten aus Ziegeln erbauten Herbergsanwesen an der Preysingstraße, das bis zum Jahr 1970 bewohnt war und dann wegen Baufälligkeit gesperrt werden musste. 

um 1980
Das Üblackerhäusl wird trockengelegt und restauriert

München-Haidhausen * Nach einem Jahrzehnt Leerstand wird das „Üblackerhäusl“ an der Preysingstraße von der Stadt mit einem Kostenaufwand von 580.000 DM schließlich trockengelegt und restauriert.  

Im Inneren des Üblackerhäusls ist ein kleines Herbergenmuseum als Abteilung des Münchner Stadtmuseums untergebracht. Dort wird ein einfacher Wohn- und Schlafraum mit der originalgetreuen Einrichtung aus dem 19. Jahrhundert in seiner ursprünglichen Umgebung gezeigt. Durch die museale Einrichtung kann ein wenig die Enge damaliger Wohnverhältnisse und die Lebensart der Tagelöhner nachvollzogen werden.  

Gerade die ach so traditionsbewussten Münchner, die immer noch ihre scheinbar bäuerliche Abstammung durch eine Verkleidung mit Lederhosen und Dirndl nachzuspielen versuchen, hätten hier die einmalige Möglichkeit ihre eigenen proletarischen Wurzeln zu finden.  

Im ehemaligen Ziegenstall der ausgebauten Herberge finden laufend Ausstellungen und Dichterlesungen statt.