Ludwig Thoma wird in Oberammergau geboren
Oberammergau * Ludwig Thoma wird in Oberammergau geboren.
Oberammergau * Ludwig Thoma wird in Oberammergau geboren.
Vorderriß * Ludwig Thoma lebt bei seinen Eltern im „Forsthaus“ in Vorderriß bei Lenggries.
Rheinpfalz * Ludwig Thoma wohnt bis 1876 bei seinem Onkel in der Rheinpfalz.
Neuburg - Burghausen - München - Landshut * Bis zum Jahr 1885 besucht Ludwig Thoma die Schulen in Neuburg an der Donau, Burghausen, München [Wilhelms-Gymnasium] und Landshut.
München - Erlangen * Ludwig Thoma studiert zunächst Forstwirtschaft, dann Jura in München und Erlangen. Er gehört der schlagenden Studentenverbindung Suevia an.
Traunstein * Ludwig Thoma absolviert sein Rechtspraktikum in Traunstein.
Dachau * Ludwig Thoma ist Rechtsanwalt am Amtsgericht Dachau.
Dachau * Ludwig Thoma arrangiert eine „25-Jahr-Feier“ zum „deutsch-bayerischen Sieg“ gegen Frankreich 1870/71. Außerdem liefert er eine schwülstige nationale Rede zu den Siegesfeierlichkeiten.
München * Ludwig Thomas Erstlingswerk „Agriccola. Bauerngeschichten“ erscheint.
München * Ludwig Thomas erster Artikel erscheint im Simplicissimus. Thoma wird in der Folge über 800 Artikel für die Zeitschrift schreiben. Er benutzt dazu auch Pseudonyme wie „Peter Schlemihl“ oder „Schmiernazi“.
Dachau * Ludwig Thoma verkauft seine Anwaltskanzlei in Dachau.
München * Ludwig Thoma polemisiert im Simplicissimus gegen politisierende Frauen mit den Worten: „Sie taugen nichts im Hause, nichts im Bett.“ Die Frauenrechtlerin Rosa Luxemburg ist für ihn eine „gebildete, blutlose Emanze“, die „sicherlich - was gilt die Wette? - mehr als ein Loch in ihren woll‘nen Strümpfen“ hat.
München-Schwabing * Josef „Beppo“ Benz „erheiratet“ das Haus an der Leopoldstraße 50, in dem sich eine gutbürgerliche Gaststätte befindet. Die Benz-Kleinkunstbühne wird bald zum Stammlokal von Ludwig Thoma, Ignatius Taschner, Albert Langen, Ferdinand von Reznicek, Rudolf Wilke und Dr. Georg Hirth.
München-Kreuzviertel * Ludwig Thoma wird festangestellter Chefredakteur beim Simplicissimus. Er will das Satire-Blatt zur „größten Kunstzeitschrift der Welt“ machen.
München-Graggenau * Im Residenztheater wird Ludwig Thomas Komödie „Die Lokalbahn“ uraufgeführt.
München * Ludwig Thomas Buch „Lausbubengeschichten“ wird veröffentlicht.
Es enthält autobiographische Züge.
München * Ludwig Thoma veröffentlicht seinen Roman „Andreas Vöst“.
Er handelt vom Streit eines Bauern mit einem Pfarrer und thematisiert den Aufstieg des kirchenkritischen „Bayerischen Bauernbundes“.
München * Ludwig Thoma wird für sein Gedicht „An die Sittlichkeitsprediger in Köln am Rheine“ zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
München * Mit „Tante Frieda. Neue Lausbubengeschichten“ veröffentlicht Ludwig Thoma ein weiteres Buch.
Tegernsee * Ludwig Thoma kauft ein Grundstück auf der Tuften in Tegernsee.
München * Ludwig Thoma schreibt bis zur Einstellung der Zeitschrift „März“ im Jahr 1917 exakt 215 Artikel.
München-Obergiesing * Ludwig Thoma tritt eine sechswöchige Haftstrafe in der Strafvollzugsanstalt Stadelheim an. Er ist für schuldig befunden worden, mit seinem Gedicht „An die Sittlichkeitsprediger“ die Kirche beleidigt zu haben.
München * Im Simplicissimus erscheinen bis 1914 insgesamt 41 „Filserbriefe“ aus der Feder von Ludwig Thoma.
München * Ludwig Thoma heiratet Marietta de Rigardo.
Tegernsee * Ludwig Thoma und seine Frau Marietta beziehen ihr neues Haus Tuften 12.
Berlin * Die Komödie „Moral“ von Ludwig Thoma wird in Berlin uraufgeführt.
München * Einen Tag nach der Uraufführung in Berlin wird die von Ludwig Thoma geschriebene Komödie „Moral“ auch in München erstmals aufgeführt.
München * Der neue Roman „Der Wittiber“ von Ludwig Thoma kommt in die Buchläden. Es geht darin um einen Landwirt, der nach dem Tod seiner Frau zum Alkoholiker wird.
München * Ludwig Thomas Ehe mit Marietta de Rigardo wird geschieden.
München * Im Heft 54 des Simplicissimus erscheint die Bildergeschichte „Ein Münchner im Himmel“. Der Text stammt von Ludwig Thoma, die Zeichnungen liefert Olaf Gulbransson. Es geht darin um den vom Schlag getroffenen Dienstmann Alois Hingerl, der als Engel den Auftrag erhält, die göttlichen Eingebungen der bayerischen Staatsregierung zu überbringen.
Der „Engel Aloisius“ wird allerdings beim Anblick des Münchner Hofbräuhauses seinen Auftrag vergessen und sich eine Mass nach der anderen schmecken lassen. „Und so wartet die bayerische Staatsregierung noch heute auf die göttlichen Eingebungen!“
München * Der Schriftsteller Erich Mühsam beklagt sich über den Simplicissimus: „Und immer der haltloseste Hurrapatriotismus, in dem sich Ludwig Thoma, der große Spötter, am lautesten jetzt hervortut.“
Westfront * Ludwig Thoma hat sich als Freiwilliger zum Dienst als Sanitäter an der Westfront, später an der Ostfront verpflichtet.
Tegernsee * Ludwig Thoma wird Gründungsmitglied in der scharf nationalistischen Deutschen Vaterlandspartei - DVLP.
Berlin * Ludwig Thoma tritt bei der Gründungsversammlung der Deutschen Vaterlandspartei - DVLP in der Berliner Philharmonie als Redner auf, wofür ihm der Parteivorsitzende, der ehemalige Großadmiral Alfred von Tirpitz, persönlich dankt.
Die neugegründete Deutsche Vaterlandspartei - DVLP fordert auf ihrer ersten Großkundgebung in Berlin einen „unbedingten Siegfrieden“.
München * Als Ableger der am 2. September in Königsberg gegründeten Deutschen Vaterlandspartei - DVLP formiert sich in München der Landesverein Bayern. Prominenteste Fürsprecher des Landesvereins sind Cosima Wagner und Ludwig Thoma. Die bürgerliche Sammelbewegung tritt mit dem Ziel einer Stärkung des Durchhaltewillens bis zum Siegfrieden an.
Tuften-Tegernsee - Berlin * Ludwig Thoma, der eigentlich stark konservative und königstreue bayerische Schriftsteller, schreibt seinem Freund Conrad Haussmann seine Einschätzung der revolutionären Tage und zur Abdankung König Ludwigs III.:
„Er [König Ludwig III.] verschwand, begleitet von verächtlichem Hohn, dem sich rein nichts an Mitleid, Achtung, Dank entgegenstellte. ‚Milliwucherer, Ochsensepp, Millibauer‘ aber von waren die offiziellen Titel; der Mann ist heute, mitten in seiner getreuen Provinz Oberbayern, nicht die Spur von Autorität und Mittelpunkt.
Ich glaubte zuerst, dass der Kronprinz Anhänger habe, bin aber von dem Glauben abgekommen. Auch bei unsern Bauern ist keine Spur von ‚angestammter Treue‘ zu merken. Ich gestehe Dir offen, dass der Vorgang im ganzen, wie in jeder Einzelheit mich völlig unvorbereitet traf, und doch glaubte ich, das Volk zu erkennen.“
Tegernsee * Ludwig Thoma schreibt für den Miesbacher Anzeiger antisemitische und gegen die demokratische Weimarer Republik gerichtete Artikel. Es werden bis zu Thomas Tod 167 derartiger Artikel werden.
München * Welche antisemitische Stimmung in Bayern weit verbreitet ist, zeigt ein Beitrag des Schriftstellers Ludwig Thoma, den er anonym im viel gelesenen „Miesbacher Anzeiger“ drucken lässt:
„In München haben wir mit der Hinrichtung des Eisner den Nachweis geliefert, dass es uns nicht an Temperament fehlt. [...] Immerhin waren dies nur Vorspiele zu größeren Kuren, die wir uns gelobt haben für den Fall, dass sich die Beschnittenen bei uns noch einmal mausig machen. Dann geht‘s in die Vollen.“
Tegernsee * Der Weltkriegs-General Erich Ludendorff besucht Ludwig Thoma auf der Tuften 12.
München * Ludwig Thoma wird an seinem Magenkrebs operiert.
Miesbach * Im Miesbacher Anzeiger erscheint der letzte antisemitische und antidemokratische Hassartikel von Ludwig Thoma.
Tegernsee * Ludwig Thoma stirbt in seinem Haus Tuften 12.
Rottach-Egern * Ludwig Thoma wird am Friedhof in Egern beerdigt. Sein Grabnachbar ist Ludwig Ganghofer.
München * Der Schriftsteller Lion Feuchtwanger verarbeitet Ludwig Thoma in seinem Roman „Erfolg“ in der bösartigen Figur des „Dr. Matthäi“.