Leonhard Romeis kommt an die Königliche Gewerbeschule
München * Der 15-jährige Leonhard Romeis kommt an die Königliche Gewerbeschule nach München.
München * Der 15-jährige Leonhard Romeis kommt an die Königliche Gewerbeschule nach München.
Italien * Leonhard Romeis schließt nach seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule einen 15-monatigen Studienaufenthalt in Italien an. Finanziert wird die Reise von der Maximiliansstiftung für kunstgewerbliche Ausbildung.
München * Leonhard Romeis arbeitet im Architekturbüro seines ehemaligen Lehrers Emil von Lange.
München-Maxvorstadt * Der Bildhauer Anton Heß lässt sich durch den Architekten Leonhard Romeis neben seinem Atelierbau ein villenartiges Wohnhaus im Stil der deutschen Renaissance errichten. Der Bildhauer will ein Wohnhaus, in dem er seine über Jahrzehnte angesammelten Antiquitäten, vornehmlich aus der Renaissancezeit, als Wohngegenstände gebrauchen kann. Leonhard Romeis muss deshalb „von innen nach außen“ planen.
Fußböden, Holzdecken und Wandvertäfelungen bilden die Vorgaben, nach deren Abmessungen sich die Zimmergrößen der einzelnen Räume zu richten haben. Aus den Maßen der Zimmereinrichtung ergibt sich die Zimmergröße und -höhe, aus der Zimmergröße der Grundriss und erst daraus kann er die Gestaltung der Fassade entwickeln.
Architekt Romeis hat also zum einen die Aufgabe, fünf komplette Zimmer mit Wandvertäfelung und zum Teil auch Erker und Sitznische sowie verschiedene Decken in einen Bau zu integrieren, als auch gleichzeitig fehlende Teile im Stil der historischen Teile zu entwerfen, um eine einheitliche Wirkung des ganzen Hauses zu erzielen. Anton Heß verzichtet in einigen Bereichen auf Komfort und zieht unpraktische Möbel, wie kurze, gotische Betten, oder zum Teil niedrigere Türen einem Wohnen in zeitgenössischem Mobiliar vor.
Der Bildhauer sammelt die Gegenstände also zur wirklichen Benutzung und strebt keine Stilreinheit an. So kombiniert er in seinem Haus Südtiroler Stuben aus Kurtatsch und Montan aus dem Jahr 1576 mit Türen und einem Treppengeländer aus Münchner Bürgerhäusern, Portal- und Türverkleidungen aus Kloster Seeon, um 1620, und Plafonds aus Ulm.
Südtirol * Leonhard Romeis bereist Südtirol, um dort für das Wohnhaus seines ersten Bauherrn und Kollegen an der Kunstgewerbeschule, den Bildhauer Anton Heß, Burgen und Schlösser zu studieren.
München - Magdeburg * Leonhard Romeis lehnt eine Berufung als „Direktor der Kunsthandwerkerschule der Stadt Magdeburg“ ab.
München-Haidhausen * Eduard Theodor Grützner stellt einen Bauantrag für seine Künstler-Residenz, nachdem er zuvor das Anwesen des Realitätenbesitzers Wilhelm Wiesinger in der Praterstraße 7 und 8 gekauft hat. Josef Wiedmann wird darin als Baumeister und Leonhard Romeis als Architekt benannt.
München-Haidhausen * Eduard Theodor Grützner lässt sich am Praterbergl, in der heutigen Grütznerstraße 1 und schon damals in unmittelbarer Nähe zum Maximilianeum gelegen, eine Villa durch den renommierten Architekten Leonhard Romeis erbauen. Das ist zwei Jahre bevor sich Franz von Lenbach durch Gabriel von Seidl sein Palais errichten lässt.
Nun erhält er von der Lokalbaukommission die allgemein vorgeschriebene Wohnbewilligung erteilt, die eine ausreichende Wohnqualität sicherstellen soll, was bei diesem Bauherrn freilich nur eine Formalie darstellt.
Leipzig - München-Haidhausen * Ein Artikel der in Leipzig erscheinenden Illustrierten Zeitung beschreibt die Villa des Kunstmalers Eduard Theodor Grützner: „Da haben nun die vereinigten Antiquitäten mehr oder weniger sich selbst die Räume geschaffen.
Das Haus ward lediglich nach denselben gebaut; nach dem dadurch bedingten Inneren gestaltete sich naturgemäß mit Hilfe der geschmackvollen Anordnung beider Künstler [gemeint waren Grützner und Romeis] auch das Äußere dieses anmuthigen Gebäudes, mit all seinen Winkeln und Vorsprüngen, mit seinen Erkern, Altanen und Thürmchen, die demselben solch ein charaktervolles, deutsch anheimelndes Aussehen verliehen.“
München-Maxvorstadt * Leonhard Romeis wird zum Architekturprofessor an die Kunstgewerbeschule berufen.
München * Der Architekt Leonhard Romeis heiratet die Bamberger Kaufmannstochter Anna Ramis. Sie werden fünf Kinder zusammen haben.
Straßburg * Leonhard Romeis lehnt eine Berufung als Direktor der Kunstgewerbeschule in Straßburg ab.
München * Leonhard Romeis erhält den Verdienstorden vom heiligen Michael IV. Klasse. Anlass ist die Walhalla-Feier. Romeis hat den Sockel für eine von Ferdinand von Miller jun. gegossene Büste König Ludwigs I. entworfen.
München-Maxvorstadt * Anlässlich der Vollendung der Sankt-Benno-Kirche erhält Leonhard Romeis den Verdienstorden vom heiligen Michael III. Klasse.
München-Maxvorstadt * Der Architekt Leonhard Romeis reicht einen Bebauungsplan für die künftige Richard-Wagner-Straße ein. Das macht er im Auftrag von Michael Bleibinhaus, der einen Großteil der zu bebauenden Grundstücke besitzt.
München-Maxvorstadt * Der Installationsgeschäftsinhaber Otto Bohner lässt sich von Leonhard Romeis in der Richard-Wagner-Straße 16 und 18 ein Wohn- und Geschäftshaus erbauen.
München-Maxvorstadt * Leonhard Romeis erhält in einer Qualifikationsliste der Lehrer der Kunstgewerbeschule in den Kategorien Fleiß und Eifer, Lehr- und Erziehungsgabe und Gesamtqualifikation jeweils das Prädikat „sehr gut“ ausgesprochen.
München-Maxvorstadt * Die weibliche Abteilung der Kunstgewerbeschule erhält in der Richard-Wagner-Straße 10 eine neue Unterkunft. 157 Schülerinnen nehmen am Unterricht teil. Der Architekt ist Leonhard Romeis.
München-Maxvorstadt * Kommerzienrat Emil Zeckendorf lässt das Anwesen Richard-Wagner-Straße 11 durch Leonhard Romeis bebauen. Der Mitbegründer der Getreidegroßhandlung Bauer & Zeckendorf bewohnt mit seiner Frau, zwei Kindern und zwei weiblichen Dienstboten das Erdgeschoss und das Piano Nobile.
Im 2. Stock lebt der Kaufmann Markus Cohen mit fünf Personen, darunter ein Dienstmädchen.
München-Maxvorstadt * Leonhard Romeis baut für den Rentier und Kommerzienrat Adolph Brougier das Miethaus in der Richard-Wagner-Straße 3. Auf fünf Etagen sind neun Wohnungen untergebracht, in denen 49 Menschen, darunter zwölf weibliche Dienstboten, leben.
München-Maxvorstadt * Architekt Leonhard Romeis errichtet für den Schankwirt Heinrich Nöhbauer das Anwesen Richard-Wagner-Straße 5. Auf fünf Stockwerken befindet sich je eine Wohnung.
München-Maxvorstadt * Leonhard Romeis stirbt an einem akuten Nierenleiden in seiner Wohnung am Ferdinand-Miller-Platz.
Moosach * Leonhard Romeis wird auf dem Moosacher Friedhof beigesetzt.