Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
26. September 1923
Generalstaatskommissar von Kahr verhängt den Ausnahmezustand

München * Der gerade zum Generalstaatskommissar mit diktatorischen Vollmachten ernannte Gustav Ritter von Kahr verhängt den Ausnahmezustand in Bayern.

  • Damit unterstellt er die in Bayern stationierten Einheiten der Reichswehr seinem Kommando.
  • Gleichzeitig verbietet er das Erscheinen der sozialdemokratischen Zeitung Münchener Post. 
26. September 1923
Gustav Ritter von Kahr wird zum Generalstaatskommissar ernannt

München * Die bayerische Regierung ernennt Gustav Ritter von Kahr - aus Protest gegen den Abbruch des Ruhrkampfes durch die Reichsregierung - zum Generalstaatskommissar, auf den die gesamte exekutive [= vollziehende] Gewalt übergeht. Er hat damit diktatorische Vollmachten.

Gustav von Kahr, Otto von Lossow, der Befehlshaber des Wehrkreises VII, und der Chef der Landespolizei, Hans Ritter von Seisser, regieren den Freistaat Bayern als Triumvirat und bereiten zusammen mit Rechtsradikalen in Norddeutschland den Staatsstreich in München und Berlin vor. 

November 1923
An Gustav von Kahrs Rede hat Fritz Gerlich mitgearbeitet

München-Haidhausen * Dr. Fritz Gerlich ist mit Begeisterung dabei, als unter Mitwirkung des Generalstaatskommissars Gustav Ritter von Kahr der Staatsstreich gegen das Reich vorbereitet wird. Kahrs Rede im Bürgerbräukeller stammt aus den Redaktionsräumen der Münchner Neuesten Nachrichten, Dr. Fritz Gerlich hat an ihr mitgearbeitet.