Münchner Zeitensprünge
2000
0 Chronik 2026
25. März 1409
Das Konzil von Pisa beginnt

Pisa * Das Konzil von Pisa beginnt. Noch nie zuvor hat ein Kardinalskollegium - ohne Rücksprache mit Papst oder Kaiser - ein allgemeines Konzil der Gesamtkirche einberufen. Die Initiative der Kardinäle stößt auf breite Zustimmung: Über 600 Kleriker nehmen am Konzil von Pisa teil.

Die parallel einberufenen Konzilien der beiden Päpste Gregor XII. in Cividale und Benedikt XIII. in Perpignan haben nicht annähernd so viele Teilnehmer. Die überwiegende Zustimmung des Klerus zum Konzil in Pisa isoliert die beiden Päpste auf Dauer.

Das Konzil von Pisa zitiert die Päpste Gregor XII. und Benedikt XIII. nach Pisa und macht ihnen nach deren Weigerung einen förmlichen Ketzerprozess als hartnäckige Schismatiker. Damit ist die entscheidende Grundlage für das weitere Vorgehen geschaffen.

24. Juni 1409
Alexander V. wird vom Konzil von Pisa zum Papst gewählt

Pisa * Zum Nachfolger wählt das Konzil von Pisa Papst Alexander V.. Weil jedoch Benedikt XIII. und Gregor XII. auch weiterhin auf ihre Ansprüche beharren, gibt es nunmehr statt zwei drei Päpste. Doch nun bekennen sich die wichtigsten Mächte zu Papst Alexander V. und dessen Nachfolger, Johannes XXIII.. Nur Spanien unterstützt auch weiterhin Papst Benedikt XIII..

25. Mai 1410
Papst Johannes XXIII. wird gekrönt

Avignon * Der zum Papst Johannes XXIII. gewählte Balassare Cossa erhält die Bischofskonsekration. Am späten Nachmittag des selben Tages wird er schließlich zum Papst gekrönt. 

um April 1412
Bischof Konrad V. von Hebenstreit wird von seinen Dienern ermordet

Straßburg - Freising - Bischoflack * Der von Papst Johannes XXIII. zum Freisinger Bischof ernannte Konrad V. von Hebenstreit macht sich nach seiner Berufung von Straßburg aus auf den Weg in seine Freisinger Besitzungen.  

In Bischoflack wird er im Schloss von einer Freisinger Gesandtschaft empfangen.  
In der selben Nacht aber von seinen Dienern ermordet. 

1413
König Sigismund will das dreifache Schisma beenden

Lodi * Der neue deutsche König Sigismund will das dreifache Schisma ein für alle Mal beenden. Neben religiösen Aspekten verbindet er damit die Hoffnung auf die Kaiserkrone. Sigismund trifft sich mit Papst Johannes XXIII. in Lodi und zwingt diesen zur Einberufung des Konzils von Konstanz. 

20. März 1415
Papst Johannes XXIII. flieht nach Schaffhausen

Konstanz - Schaffhausen * Papst Johannes XXIII., als dessen Gefangener Jan Hus gilt, flüchtet - heimlich und als Knappe verkleidet - von Konstanz nach Schaffhausen. Er befürchtet, dass man ihm wegen früherer Fehltritte den Prozess machen könnte. 

29. Mai 1415
Das Konzil von Konstanz erklärt Papst Johannes XXIII. für abgesetzt

Konstanz * Das Konzil von Konstanz erklärt Papst Johannes XXIII. für abgesetzt. Nun muss sich das Konzil mit den beiden anderen Päpsten beschäftigen.

  • Papst Gregor XII., bereits über 80 Jahre alt, lenkt bald ein. Er erkennt das Konzil von Konstanz als legitimes Konzil der Kirche an und erklärt seine Resignation. 
  • Papst Benedikt XIII., der inzwischen in Perpignan residiert, erklärt sich zwar zu einer Abdankung bereit, knüpft daran jedoch Bedingungen, die ihm allerdings nicht bewilligt werden. Daraufhin hält er seinen Anspruch aufrecht und flieht nach Peñiscola in Spanien.

König Sigismund erreicht aber, dass ihm die spanischen Königreiche die Unterstützung entziehen und als fünfte Konzilsnation nach Konstanz kommen. Damit ist Papst Benedikt XIII. endgültig isoliert. Wegen „Verweigerung der Resignation“ wird ihm der Prozess gemacht.

31. Mai 1415
Papst Johannes XXIII. erhält seine Absetzung

Heidelberg - Konstanz * Papst Johannes XXIII. erhält während seiner Gefangenschaft auf Schloss Heidelberg seine vom Konzil in Konstanz ausgesprochene Absetzung. Er erklärt sich mit seinem Rücktritt unter der Bedingung einverstanden, dass auch die beiden anderen Päpste abtreten. 

30. September 1961
Kardinal Julius Döpfner wird inthronisiert

München-Kreuzviertel * Kardinal Julius Döpfner wird als Erzbischof von München und Freising inthronisiert. Er gehört - neben Papst Johannes XXIII. - zu den vier leitenden Persönlichkeiten des Zweiten Vatikanischen Konzils und bemüht sich um eine Annäherung an die SPD. 

26. August 1978
Albino Luciani wird zum Papst Johannes Paul I. gewählt

Rom-Vatikan * Albino Luciani wird in einem eintägigen Konklave im vierten Wahlgang zum Nachfolger von Papst Paul VI. gewählt. Sein Gegenkandidat ist der konservative Guiseppe Siri, der bereits im Jahr 1958 als „zum Papst geeignet“ bezeichnet wurde.

Er nimmt als Papst den Namen Johannes Paul I. an. Beide Namen erinnern an seine Vorgänger, die Päpste Johannes XXIII. und Paul VI.. Als erster Papst trägt er einen Doppelnamen. 

27. April 2014
Papst Franziskus spricht zwei Päpste heilig

Rom-Vatikan * Papst Franziskus spricht zwei Päpste heilig. Papst Johannes XXIII. und Papst Johannes Paul II. werden unter den 839 Heiligen aufgenommen, die seit 1594 formal anerkannt sind. Sie gelten als Vorbilder eines christlich geführten Lebens und dürfen von den Katholiken in Gebeten angerufen werden.