Fritz Gerlich wird in Stettin geboren
Stettin * Karl Albrecht Fritz Gerlich wird in Stettin in Pommern geboren und streng im kalvinistischen Glauben erzogen.
Stettin * Karl Albrecht Fritz Gerlich wird in Stettin in Pommern geboren und streng im kalvinistischen Glauben erzogen.
München * Fritz Gerlich wird Mitglied in der Nationalsozialistischen Partei und ist längere Zeit ehrenamtlich als Sekretär des Liberalen Arbeitervereins München tätig.
München-Maxvorstadt * Fritz Gerlich legt sein Doktorexamen an der Philosophischen Fakultät der Universität München ab.
München * Dr. phil. Fritz Gerlich tritt im Kgl. Allgemeinen Reichsarchiv seinen dreijährigen Vorbereitungsdienst an.
München * Nach Ablegen seiner archivarischen Staatsprüfung erwirbt der preußische Staatsangehörige Dr. phil. Fritz Gerlich, „aufgrund seiner Niederlassung in der Stadt München [...], die Staatsangehörigkeit im Königreich Bayern“.
München * Dr. Fritz Gerlichs Buch „Geschichte und Theorie des Kapitalismus“ erscheint.
München * Dr. Fritz Gerlich schreibt für die „Süddeutschen Monatshefte“ von Professor Paul Nicolaus Cossmann.
München * Dr. Fritz Gerlich ist Mitbegründer der sogenannten „U-Boot-Bewegung“.
München * Die erste Ausgabe der Zeitschrift „Die Wirklichkeit - Deutsche Zeitung für Ordnung und Recht“ erscheint. Das Druckwerk, dessen Hauptschreiber Dr. Fritz Gerlich ist, sollte das Sprachrohr der „alldeutschen Kräfte“ werden. Die Zeitschrift wird jedoch schon im September wieder eingestellt.
München * Dr. Fritz Gerlich beteiligt sich an der Gründung der Deutschen Vaterlandspartei - DVLP in Bayern.
München * Dr. Fritz Gerlich warnt vor dem Ausbruch einer Revolution in Deutschland.
München * Dr. Fritz Gerlich gründet den Verband der Beamten der wissenschaftlichen Anstalten und Kunstsammlungen Bayerns. Er will damit das Eindringen von Eisner-Protegés verhindern.
München * Aus zahlreichen Aufsätzen in den Süddeutschen Monatsheften, der Liberalen Korrespondenz sowie den Historisch-politischen Blättern entsteht Dr. Fritz Gerlichs Buch Der Kommunismus als Lehre vom Tausendjährigen Reich. Außerdem kämpft er im Münchner Bürgerrat und im Bayerischen Heimatdienst sowie mit der Wochenzeitschrift Feurjo gegen den gesamten marxistischen Sozialismus.
Daneben beschafft er Geldmittel für die Gründung der Bayerischen Einwohnerwehr und für die Überwachung der Kommunistischen Partei. Dieses Engagement trägt zu seinem Ruf als „Marxistentöter“ bei.
München * Dr. Fritz Gerlich gründet den bayerischen Zweig der Liga zur Bekämpfung des Bolschewismus.
München * Dr. Fritz Gerlich hält als erster Vorsitzender des bayerischen Zweigs der Liga zur Bekämpfung des Bolschewismus die erste öffentlichen Versammlung in München ab.
München - Bamberg * Dr. Fritz Gerlich flieht mit gefälschten Papieren nach Bamberg, wo sich auch die Bayerische Regierung aufhält. Er stellt die Verbindung zu Reichswehrminister Gustav Noske her und agiert als Redner vor den Freikorps für die „Befreiung Münchens von der Räteregierung“.
München * Dr. Fritz Gerlich kämpft im Münchner Bürgerrat, im Bayerischen Heimatdienst sowie mit der Wochenzeitschrift Feurjo gegen den marxistischen Sozialismus.
Daneben beschafft er Geldmittel zur Gründung der Bayerischen Einwohnerwehr und für die Überwachung der Kommunistischen Partei. Dieses Engagement trägt zu seinem Ruf als „Marxistentöter“ bei.
München * Nach der blutigen Niederschlagung der Räterepubliken kehrt Dr. Fritz Gerlich wieder nach München zurück. Er überarbeitet dort das „antikommunistische Material für die Aufklärung und Erziehung der Reichswehr“ und tritt als Redner vor den Soldaten auf.
München * Dr. Fritz Gerlichs Wahl zum hauptamtlichen Stadtrat in München wird für ungültig erklärt.
Freistaat Bayern - Deutsches Reich * Dr. Fritz Gerlich kandidiert erfolglos für die Deutsche Demokratische Partei - DDP bei den Wahlen zum Reichstag und zum Bayerischen Landtag.
München * Paul Nicolaus Cossmann verpflichtet den fanatischen Nationalisten und Sozialistenhasser Dr. Fritz Gerlich als Chefredakteur der Münchener Neuesten Nachrichten. Gerlich unterstützt damit indirekt Adolf Hitlers Aufstieg.
Maxvorstadt * Es kommt zur ersten persönlichen Begegnung zwischen Adolf Hitler und Dr. Fritz Gerlich in der Richard-Wagner-Straße 27. Gerlich zweifelt bereits zu dieser Zeit an Hitlers intellektuellen Fähigkeiten.
München-Haidhausen * Dr. Fritz Gerlich ist mit Begeisterung dabei, als unter Mitwirkung des Generalstaatskommissars Gustav Ritter von Kahr der Staatsstreich gegen das Reich vorbereitet wird. Kahrs Rede im Bürgerbräukeller stammt aus den Redaktionsräumen der Münchner Neuesten Nachrichten, Dr. Fritz Gerlich hat an ihr mitgearbeitet.
Konnersreuth * Im Auftrag der Münchner Neuesten Nachrichten untersucht Dr. Fritz Gerlich die rätselhafte Heilung und Stigmatisierung der Therese Neumann von Konnersreuth. Gerlich will - wie er sagt - „dem Schwindel auf die Spur kommen“.
München * Nach einer Auseinandersetzung mit der Verlagsleitung verlässt Dr. Fritz Gerlich die „Münchner Neuesten Nachrichten“.
München * Dr. Fritz Gerlichs zweibändiges, 700 Seiten langes Werk „Die stigmatisierte Therese Neumann von Konnersreuth“ erscheint.
München * Im neugegründeten „Naturverlag“ erscheint die erste Ausgabe des „Illustrierten Sonntag“ mit Dr. Fritz Gerlich als „Chefredakteur“.
Aus der unbedeutenden „Sonntagszeitung“ macht er in nur zwei Jahren ein viel beachtetes „politisches Kampfblatt gegen den Nationalsozialismus“. Gerlich hat sich von einem scharfen Nationalisten mit antidemokratischen Sympathien zu einem erbitterten Gegner Hitlers und einem wütenden Verteidiger der Weimarer Republik entwickelt.
München * Die Auflage des „Illustrierten Sonntags“ steigt von 30.000 Exemplare im Oktober 1930 auf über 100.000 Exemplare an.
Eichstätt * Die Begegnung mit der Resl von Konnersreuth war Dr. Fritz Gerlichs persönliches Damaskus-Erlebnis. Er konvertiert am Fest des heiligen Michael in der Chorkapelle der Kapuziner in Eichstätt zum katholischen Glauben und lässt sich auf den Namen Michael taufen.
München * Der „Illustrierte Sonntag“ wird in „Der gerade Weg - Deutsche Zeitung für Wahrheit und Recht“ umbenannt.
München * Dr. Fritz Gerlich überschreibt die Zeitung „Der gerade Weg“ mit den Worten: „Nein! Nein! Nein! Kein Katholik darf nationalistisch wählen“.
München * Dr. Fritz Gerlich kommentiert Auszüge aus Hitlers „Mein Kampf“ und identifiziert Alfred Rosenberg, den Chefredakteur des Völkischen Beobachters, als den eigentlichen „geistigen und weltanschaulichen Führer des Nationalsozialismus“, der „turmhoch über dem kleinen Dekorationsmaler aus Braunau steht“.
Rosenberg hat in seinem Buch „Mythos des 20. Jahrhunderts“ klar Position gegen deutsch-christliche und speziell katholische Ideen bezogen.
München * Dr. Fritz Gerlich schreibt im „Geraden Weg“ die Zeilen: „Den Führern der NSDAP kann man nicht den Vorwurf machen, sie verschwiegen ihre letzten Ziele.“
München * Dr. Fritz Gerlich beschreibt in der Zeitschrift „Der gerade Weg“ die Konsequenzen einer Naziherrschaft für das ganze Land: „Nationalismus bedeutet: Feindschaft mit den benachbarten Nationen, Gewaltherrschaft im Inneren, Bürgerkrieg, Völkerkrieg. Nationalsozialismus heißt auch: Lüge, Hass, Brudermord und grenzenlose Not.“
München * Die letzte Ausgabe der Zeitschrift „Der gerade Weg“ erscheint. Dr. Fritz Gerlich bezeichnet darin Hitler und dessen Politik als „undemokratisch und verbrecherisch“. Die Auflage der Zeitschrift liegt bei 1,25 Millionen Exemplare.
München-Maxvorstadt * Dr. Fritz Gerlich wird noch am Tag der Machtübernahme verhaftet. Obwohl er keinen Widerstand leistet, verprügeln ihn die Nazi-Schläger und bringen ihn ins Polizeipräsidium an der Ettstraße, wo er in Einzelhaft sitzt und gefoltert wird.
Dachau * Dr. Fritz Gerlich wird in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ins KZ Dachau gebracht und noch in der selben Nacht erschossen.
München-Kreuzviertel * Kardinal Rainhard Marx leitet mit einem Gottesdienst in der Frauenkirche das Seligsprechungsverfahren für Dr. Fritz Gerlich und Romano Guardini ein.