Herzog Albrecht Sigismund wird geboren
München * Herzog Albrecht Sigismund, der spätere Fürstbischof von Freising und Regensburg, wird in München geboren. Seine Eltern sind der baierische Herzog Albrecht VI. und Mechthilde von Leuchtenberg.
München * Herzog Albrecht Sigismund, der spätere Fürstbischof von Freising und Regensburg, wird in München geboren. Seine Eltern sind der baierische Herzog Albrecht VI. und Mechthilde von Leuchtenberg.
Salzburg - Augsburg - Konstanz - Altötting * Bereits mit dreizehn Jahren überträgt man dem Jesuitenschüler Herzog Albrecht Sigismund Domherrenstellen in Salzburg und Augsburg. Im weiteren Verlauf wird er noch Domprobst in Konstanz und Stiftsprobst von Altötting.
Freising * Der 16-jährige Baiernprinz Albrecht Sigismund wird auf massivem Druck seines Onkels, des baierischen Kurfürsten Maximilian I., Koadjutor [= Nachfolger] des Freisinger Fürstbischofs Veit Adam von Gepeckh.
Freising * Nach dem Tod des Freisinger Fürstbischofs Veit Adam von Gepeckh folgt ihm der 28-jährige Baiernherzog Albrecht Sigismund auf dem Bischofsstuhl.
Ammerland * Der Freisinger Bischof Albrecht Sigismund erwirbt das Schloss und die Hofmark Ammerland am Starnberger See von Georg Konrad Freiherr von Lerchenfeld um 32.000 Gulden. Der Bischof hat ein Auge auf Ammerland geworfen. Aus Angst, bei Hofe in Ungnade zu fallen, verkauft Lerchenfeld - „nur ungern und aus schuldiger Rücksicht“ - das Anwesen.
Freising * Es gibt konkrete Planungen für die Verehelichung des Freisinger Fürstbischofs Albrecht Sigismund. Der Grund liegt in der bis dahin siebenjährigen Kinderlosigkeit des 22-jährigen Kurfürstenehepaares Ferdinand Maria und Henriette Adelaide. Man macht sich am kurfürstlichen Hof Gedanken über die Zukunft der Dynastie Wittelsbach und verstärkt damit freilich den Druck auf die amtierenden Throninhaber.
Albrecht Sigismund, der in den geistlichen Stand gezwungen worden ist, hat durchaus eine große Neigung, das Amt des Bischofs von Freising gegen eine geeignete Ehe einzutauschen. Für den Austritt aus dem geistlichen Dienst muss allerdings das Einverständnis des Papstes eingeholt werden. Der baierische Obersthofmeister Maximilian Kurz macht sich auf die Suche nach einer adäquaten Prinzessin für Albrecht Sigismund.
Freising * Für den heiratslustigen Freisinger Bischof Albrecht Sigismund ist Henrika Franziska, die Tochter der Fürstin Elisabeth von Zollern, vorgesehen. Diese lebt in der brabantischen Stadt Bergen-op-Zoom. Die Heiratspakte werden im Juli 1659 ausgetauscht. In der Folge wäre der Bischof aus dem geistlichen Stand ausgeschieden, hätte eine jährliche Beihilfe von 18.000 Gulden erhalten und wäre nach dem Tod seines Vaters in die Rechte eines Herzogs von Leuchtenberg eingetreten.
Doch Kurfürst Ferdinand Maria erhält rechtzeitig vom Kurkölner Hof die Information, dass die Brautmutter ein sittenloses Leben geführt und neben Henrika Franziska noch ein uneheliches Kind zur Welt gebracht hat. Damit steht ihre Tochter freilich nicht mehr für eine standesgemäße Ehe zur Verfügung.
Für Bischof Albrecht Sigismund ist damit der Traum von der Ehe ausgeträumt. Missvergnügt nimmt er die ungeliebten bischöflichen Pflichten auf dem Freisinger Domberg wieder auf. Das bedeutet jedoch nicht, dass er nicht ein fürstliches Leben im gehobenen Standard leben kann.
Freising * Papst Clemens IX. fordert den Freisinger Fürstbischof Albrecht Sigismund auf, die bislang noch ausstehende Priesterweihe innerhalb eines Jahres nachzuholen.
Albrecht Sigismund wird die priesterlichen Weihen nie erhalten.
Regensburg * Der Freisinger Fürstbischof Albrecht Sigismund wird einstimmig zum Bischof von Regensburg gewählt.
Regensburg * Albrecht Sigismund erhält die päpstliche Bestätigung für die Wahl zum Regensburger Bischof erst ein Jahr nach dem Wahlgang. Das hängt auch damit zusammen, weil der Fürstbischof zu diesem Zeitpunkt noch keine Priesterweihe erhalten hat, obwohl ihn Papst Clemens IX. bereits anno 1663 aufforderte, dies innerhalb eines Jahres nachzuholen.
Bischof Albrecht Sigismund erhält nie die priesterlichen Weihen. Das machte aber nichts, denn es dauerte auch ganze zwölf Jahre, bis sich der Bischof zum ersten Mal in seinem Bistum Regensburg sehen lässt.
Freising * Zur Absicherung des Einkommens seines damals noch nicht einmal siebenjährigen Sohnes verlangt Kurfürst Ferdinand Maria von seinem Cousin, dem Fürstbischof von Freising und Regensburg, Albrecht Sigismund, die schriftliche Zusicherung beider Domkapitel, im Falle der Wahl eines Koadjutors (= Nachfolgers) den Bayernprinzen Joseph Clemens Cajetan - oder einen anderen Kandidaten aus dem Hause Baiern - allen übrigen Bewerbern vorzuziehen.
Berg am Laim * Der wittelsbachische Fürstbischof von Freising, Albrecht Sigismund, kauft die Lerchenfeld‘sche Hofmark Berg um 29.300 Gulden. Mit dem Besitzerwechsel unterstehen nun auch die Berg am Laimer Dorfbewohner einer geistlichen Grundherrschaft. Sie teilen damit das Schicksal der Hälfte der baierischen Untertanen nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Für den leidenschaftlich jagenden Bischof lag das Hofmarkschloss in Berg am Laim ideal zwischen Freising und Grünwald. Von hier aus startet der hohe Kleriker seine Jagdausflüge, begleitet von einer illustren Jagdgesellschaft und einer großen Hundemeute.
Ihm steht die Falkenau zur Jagd mit dem Falken zur Verfügung. Außerdem hat er in den Auwäldern auf der rechten Isarseite, in der Perlacher Haid und dem Grünwalder Forst ein weitläufiges Jagdrevier. Vom elterlichen Jagdschloss Laufzorn ritt er schon als Jugendlicher zur Hirsch- und Rehjagd aus.
Berg am Laim * Der Freisinger Fürstbischof Albrecht Sigismund lässt gleich nach dem Erwerb der Hofmark Berg am Laim das bereits stark verfallene Lerchenfeld-Schlössl zu einem repräsentativen Schloss umbauen. Das Gebäude wird um ein zusätzliches Stockwerk erweitert und mit einem Walmdach versehen. An den vier Ecken entstehen Türme mit charakteristischen Zwiebelhauben, wodurch das Schloss weiterhin der traditionellen Bauweise verpflichtet bleibt. Trotz seiner vergleichsweise schlichten Form als Kastenschloss erfüllt es mit seiner Ausstattung höchste repräsentative Ansprüche.
Das Hofmarkschloss in Berg am Laim liegt mit seiner Längsseite an der heutigen Echardinger Straße und mit der Schmalseite an der Josephsburgstraße. Wie noch heute ist das Schlossgelände von einer Mauer umgeben. Südlich des Schlosses befindet sich ein großer pavillonartiger Turm mit Zwiebelhaube, der vermutlich in Holzbauweise errichtet wurde. Östlich schließt ein Wirtschaftsgebäude an, dessen Turm eine Schlaguhr mit zwei Glocken für Viertel- und volle Stunden trägt. Die enge Verbindung von Schloss und Wirtschaftsgebäuden verweist auf die große Bedeutung der Landwirtschaft für die Hofmark.
Bei seinen Aufenthalten in Berg am Laim wird der Fürstbischof von seinem Hofstaat begleitet. Daher stehen im Schloss auch Unterkünfte für die Jesuitenpatres als Beichtväter Albrecht Sigismunds sowie für Hofkavaliere und Kammerdiener bereit.
Das Schloss Berg am Laim dient nicht nur als Jagd- und Sommerresidenz, sondern zugleich als Verwaltungszentrum der Hofmark. Als einziger der Freisinger Bischöfe bewohnt Albrecht Sigismund den Sitz zeitweise selbst.
Freising * Die Hofhaltung des Freisinger Fürstbischofs Albrecht Sigismunds entspricht seinem fürstlichen Rang und ist für einen ranghohen Kleriker nicht ungewöhnlich.
Eine zu Ehren des Kurfürsten Max Emanuel in Freising veranstaltete Feierlichkeit mit Feuerwerk, Wolfshatz, Komödie und Ball verschlingt 30.000 Gulden. Das ist mehr, als die ganze Berg am Laimer Hofmark gekostet hat.
Ammerland * Der Freisinger Bischof Albrecht Sigismund lässt das neue Schloss Ammerland am Seeufer des Starnberger Sees bauen. Viel Spaß an seinem neuen Domizil wird er nicht gehabt haben, da er bereits zwei Jahre später stirbt.
Die Hofmark Ammerland bleibt noch mehrere Generationen in der Hand nachgeborener wittelsbachischer Söhne, die mit begehrten Bischofsstühlen versorgt werden.
Berg am Laim * Das junge Kurfürsten-Ehepaar Max Emanuel und Maria Antonia nimmt im Hofmarkschloss Berg am Laim vom Freisinger Fürstbischof Albrecht Sigismund ihr Mittagessen ein. Danach zieht das Paar nach Haidhausen weiter.
Freising * Bischof Albrecht Sigismund stirbt in Freising. Seine Grablege befindet sich im Freisinger Dom vor der Treppe zum Hochchor; sein Herz wird - nach dem mittlerweile im Haus Wittelsbach zur Tradition gewordenen Brauch - in der Gnadenkapelle von Altötting bestattet.
Sein Nachfolger auf den Bischofsstühlen von Freising und Regensburg wird sein Neffe Joseph Clemens.
Die Hofmark Berg am Laim bleibt in den Händen der Kölner Erzbischöfe. Den Reigen - für die nächsten 76 Jahre - eröffnet Max Heinrich, der um zwei Jahre ältere Bruder Albrecht Sigismunds.